Jugend und Automobil

Eine empirische Studie zu Einstellungen und Verhaltensmustern von 18 bis 25-Jährigen in Deutschland

FHDW Center of Automotive Leiter: Prof. Dr. Stefan Bratzel

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Die 18 bis 25-Jährigen sind die Generation der Automobilkäufer von morgen. In dieser Lebensphase machen sie erste eigene automobile Erfahrungen, die sich häufig prägend für die weitere Pkw-Karriere auswirken. Die empirische Studie „Jugend und Automobil“ untersucht die „automobilen“ Präferenzen und Kaufverhaltensmuster dieser jungen Generation. Sie basiert auf einer
Online-Befragung von über 1.044 jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren in Deutschland.

Dabei zeigen sich folgende Ergebnisse:
Bereits 70 Prozent der 18- bis 25-Jährigen verfügen über ein eigenes Auto. Zwar fahren die Jüngeren erwartungsgemäß noch eher preisgünstigere und im Schnitt ältere Fahrzeugmodelle. Allerdings machen sie dadurch bereits umfangreiche Erfahrungen mit Herstellermarken, die den nächsten Pkw-Kauf beeinflussen.

Die Marken des Volkswagen-Konzerns stehen bei den jungen Erwachsenen hoch im Kurs. Fast jeder Vierte fährt einen Pkw der Marke VW. Dies gilt auch für die Markenpräferenzen für den zukünftigen Autokauf (vgl. Abbildung). Audi ist mit Abstand die begehrteste Automobilmarke gefolgt von Volkswagen und BMW.

Opel polarisiert: Die GM-Tochter landet unter den interessantesten Marken immerhin auf Platz vier, rangiert unter den uninteressantesten allerdings sogar an erster Stelle. Die Premiummarke Mercedes-Benz schneidet bei der Jugend überraschend schlecht ab. Sie wird von der jungen Generation kaum gefahren und wird auch nicht als besonders interessante Marke wahrgenommen. Probleme, die die direkten Premium-Konkurrenten Audi und BMW nicht haben.

Bei der jungen Generation lässt sich mit Blick auf die Präferenzen und Verhaltensmuster von einer „automobilen Polarisierung“ sprechen. So lässt sich das Sample in eine Hälfte von „Auto-Pragmatikern“ aufteilen, für die der Grundnutzen von Auto-Mobilität im Vordergrund steht und eine andere Hälfte von „Auto-Interessierten“, bei denen Geltungs- und Erbauungsnutzen wichtiger
sind. Die erste Gruppe wird stärker von der wachsenden Käufergruppe junger Frauen dominiert.
Sie favorisieren eher kleinere, weniger leistungsstarke Modelle und messen dem Umweltschutz beim Autokauf eine höhere Bedeutung bei. Letztere sind stärker durch junge Männer geprägt. Sie haben eine geringe Umweltpräferenz und schätzen größere Pkw mit leistungsstärkeren Motoren. Umwelt und Auto: Nur 15 Prozent der 1.044 Befragten bewerten das Thema Umweltfreundlichkeit
beim Fahrzeugkauf mit „sehr wichtig“. Über 43 Prozent der jungen Erwachsenen gaben sogar an, dass diese Präferenz für sie „weniger wichtig“ oder „unwichtig“ ist. Entsprechend spielt nur bei gut der Hälfte der jungen Generation die Umweltfreundlichkeit beim Autokauf eine zumindest wichtige Rolle

Die neue „Generation Golf“: Generell sind die deutschen Marken stark gefragt, die asiatischen Hersteller am wenigsten beliebt. Besonders erfolgreich ist der VW-Konzern mit seinen Kernmarken Volkswagen und Audi. Der VW Golf ist mit über 11 Prozent das meist gefahrene Modell der jungen Autobesitzer. Audi wird dagegen an erster Stelle der „besonderes interessanten“ Marken genannt und ist zudem für die meisten die erste Wahl beim nächsten Kauf. Dagegen kommt Fiat bei den Jüngeren nicht an, die am unteren Ende auf der Loyalitätsskala rangieren.
90 Prozent der jungen Fiat-Fahrer wollen bei ihrem nächsten Kauf die Marke wechseln. Darüber hinaus liegt das italienische Fabrikat auf Rang zwei der uninteressantesten Marken.

 

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