Dickmachern auf der Spur
Ampelkarte für Fett- und Zucker-Check im Supermarkt
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Gesundheit
Essen + Trinken
Wer wissen will, wie viel Fett in der Tiefkühl-Pizza steckt oder wie hoch der Zuckeranteil im Knusper-Müsli ist, findet auf den Verpackungen zwar jede Menge Angaben. Diese sind Verbrauchern jedoch oftmals keine Hilfe. Die Verbraucherzentrale NRW will nicht warten, bis eine politische Entscheidung für eine bessere Kennzeichnung fällt, sondern sie kommt den Dickmachern im Supermarkt jetzt selbst auf die Spur. Eine Ampel-Karte im Scheckkartenformat bringt zur Orientierung der Verbraucher Farbe ins Spiel: „Richtwerte in rot, gelb, grün auf der Karte zeigen, wie der Anteil an Fett, Zucker und Salz in Lebensmitteln zu bewerten ist“, beschreibt die Verbraucherzentrale NRW das einfache System für Kunden, mit dem Dickmacher bei verarbeiteten Lebensmitteln und Getränken künftig entlarvt werden können. Die folgende Anleitung erklärt, wie der Ampelcheck beim Einkaufen funktioniert:
· Orientierungshilfe fürs Portemonnaie: Die „Checkkarte“ listet für Lebensmittel und Getränke auf, welcher Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker, und Salz als niedrig, mittel und hoch einzustufen sind. Kunden können die Werte, einheitlich berechnet für 100 Gramm, aus der Karte mit den Angaben auf der Packung vergleichen.
· Sinn der Ampelfarben: Zur besseren Orientierung sind die Mengenangaben mit den Ampelfarben grün, gelb und rot unterlegt. Rot warnt vor einem hohen Nährstoffgehalt und mahnt zu einem sparsamen Verzehr, gelb signalisiert einen Genuss in Maßen und der dritte Button gibt grünes Licht für reichliches Essen. Allerdings funktioniert der Ampelcheck nur bei Lebensmitteln, bei denen die Werte für Fett, Zucker und Salz auf den Packungen angeben sind.
· Tipps für richtige Ernährung: Steht die Ampel bei einigen Produkten auf Alarmstufe Rot, sollten Verbraucher ihre Wahl mit fett- und zuckerärmeren Alternativen aus dem gelb-grünen Bereich – zum Beispiel mit einer Gemüse-Pizza oder einem ungezuckerten Müsli – ausgleichen. Auf der unbedenklichen Seite „isst“, wer reichlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukte verzehrt und die verarbeiteten Lebensmitteln im Regal stehen lässt. Optimal ist auch der Griff zu kalorienfreien bzw. kaloriearmen Getränken – zum Beispiel zu Mineralwasser, Tee und Saftschorle.
· Warnung vor Tricks bei den Nährwerten: Um potenzielle Kunden in Sicherheit zu wiegen, haben Hersteller den Anteil an Fett, Salz und Zucker auf vielen Packungen in einer eigenen Grafik zusammengestellt. Deren Angaben können jedoch tückisch sein. So sind die Werte für die Tageszufuhr einer erwachsenen Frau berechnet. Dies gibt für den Bedarf von Kindern und älteren Menschen ein falsches Bild. Auch mit den Portionsgrößen wird häufig getrickst. Bei Berechnungen für Mini-Mengen – etwa für eine halbe Pizza oder einen Keks – erscheint der Gehalt an Zucker und Fett häufig gering. Der Nährstoffverbrauch für das gesamte Produkt ist in Wahrheit viel höher. Auch die tolerierbare Tageszufuhr von Zucker ist zu hoch angesetzt. Zuckerhaltige Lebensmittel scheinen dadurch gesünder.
Wer künftig nicht länger den Herstellerangaben vertrauen, sondern einen eigenen Nährwertcheck durchführen will: Die passende Ampel-Checkkarte ist in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW erhältlich. Zusätzliche Informationen und Tipps für gesundes Essen und Trinken hält die Webseite www.ampelcheck.de bereit. Dort können sich Verbraucher unter anderem in einer Datenbank über die Nährwertanteile einzelner Produkte informieren.