Cyber-Bullying an Schulen nimmt zu
Bereits jeder
dritte Schüler betroffen
Bonn – Unter Schülern tobt zunehmend ein Psycho-Krieg. In sozialen Netzwerken,
Chatforen und auf Game-Plattformen nehmen Beleidigungen, Bedrohungen und
Verleumdungen zu, berichtet der Lehrerinformationsdienst „Erfolgreich lehren und
lernen mit neuen Medien“ (www.erfolgreich-lehren.de)
aus dem Fachverlag für Computerwissen in seiner Juni-Ausgabe. Von diesem so
genannten Cyber-Bullying war nach einer Studie des Medienpädagogischen
Forschungsverbundes im vergangenen Jahr jeder vierte Schüler betroffen. Im
ersten Quartal dieses Jahres war es laut einer Umfrage der Uni Münster bereits
jeder dritte. 55 Prozent der Befragten gaben zu, selbst mindestens einmal Täter
gewesen zu sein.
Die Bullies stammen meist aus dem direkten oder weiteren Umfeld der Opfer.
Auslöser des E-Mobbings sei häufig ein lang andauernder Konflikt, der nicht zur
Sprache kommt oder nicht gelöst wird. „Angestaute Aggressionen entladen sich
dann in Cyber-Mobbing-Attacken“, so der Info-Dienst. Lehrer sollten deshalb ein
feines Gespür für Veränderungen des Klassenklimas haben und E-Mobbing im
Unterricht thematisieren. Im Ernstfall seien Angriffe dem Portalbetreiber zu
melden, damit dieser die Inhalte unverzüglich entfernt. Lassen die Bullies nicht
locker, sollten die Angriffe als Beweismittel gesichert und die Polizei
eingeschaltet werden.
Denn: Auch wenn Cyber-Mobbing in seiner Gesamtheit selbst keine Straftat sei, so
seien es einzelne Formen durchaus. Infrage kommen die Paragrafen des
Strafgesetzbuches für: Beleidigung, Verleumdung, üble Nachrede, Nötigung,
Bedrohung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch
Bildaufnahmen.
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