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Katharina, rechts, und ihre amerikanische
Freundin Ashley Foto: privat

Der Schulabschluss wird in Amerika
festlich
und ausgelassen gefeiert Foto: privat
Q1stein - das Jugendmagazin:
Wieviel hat der Schüleraustausch gekostet?
Katharina: Etwa 10.000 Euro insgesamt
einschließlich Taschengeld und allem...
Q1stein - das Jugendmagazin:
Wie bist du auf die Idee
und an die Organisation gekommen?
Katharina: Im Sekretariat meiner alten Schule
lagen Informationsunterlagen.
Da ich es interessant gefunden habe,
habe ich eine Broschüre mitgenommen
und sie meinen Eltern gezeigt.
Die fanden es ebenfalls gut
und somit war die Sache beschlossen.“ |
Ist ein Schüleraustausch
empfehlenswert?
Das Interview führte Catherine Hühn
Katharina H., 17 Jahre aus
Bergisch Gladbach hat an einem Schüleraustausch teilgenommen und war für 10
Monate in Amerika. Hier erzählt sie etwas über die erlebnisreiche Zeit in
einem unbekannten Land:
Q1stein - das Jugendmagazin: Wie bist du auf die Idee gekommen, an einem
Schüleraustausch teilzunehmen?
Katharina: Ich wollte mein Englisch verbessern und eine andere, für mich
unbekannte Kultur kennen lernen. Ich war neugierig, wie die Menschen dort
sind und ob ich mit der Sprache zurechtkomme.
Q1stein - das Jugendmagazin: Wo genau warst du und wo hast du für die
Zeit gewohnt?
Katharina: Ich war im Süden der USA, in Bristow, Oklahoma. Gewohnt habe
ich bei einer Gastfamilie. Es waren Eheleute mit einem 7-jährigen Sohn. Sie
waren sehr nett und ich habe mich sehr wohl gefühlt.
Q1stein - das Jugendmagazin: Wie kamst du mit der Zeit- und
Klimaumstellung zurecht?
Katharina: Die Zeitumstellung war kein Problem, da wir zuerst eine
fünftägige Rundreise durch New York gemacht haben und da immer früh zu Bett
gegangen sind und auch recht früh aufstehen mussten. Da hat man die
Zeitverschiebung gar nicht richtig bemerkt. Anders war das mit dem Wetter.
Der Sommer ist viel wärmer als hier in Deutschland, dafür ist der Winter
viel kälter. Es gab sogar einen Eissturm, alles war vereist und wir hatten
eine Woche Stromausfall. Auch Tornado-Warnungen gab es viele. Immer wieder
mussten wir in die Schutzbunker laufen, das war schon aufregend.
Q1stein - das Jugendmagazin: Gibt es Unterschiede zwischen der deutschen
und der amerikanischen Schule?
Katharina: Ja, abgesehen davon, dass die Schule länger geht, hat man
auch eine größere Auswahl an Schulfächern, die man alle frei wählen kann.
Jedoch muss man da gut überlegen, denn man hat dann für das gesamte
Schuljahr jeden Tag die gleichen Fächer in der selben Reihenfolge. Ich habe
unter anderem Sport gewählt und war immer erst um 17 Uhr zu Hause, da Sport
länger ging als andere Fächer. Zudem kommt, dass man sich nie melden muss.
Es gibt also keine mündliche Benotung.
Q1stein - das Jugendmagazin: Wie kamst du mit der Sprache zurecht?
Katharina: Anfangs kam es mir vor, als würden die Lehrer und die anderen
Menschen sehr schnell reden. Aber da gewöhnt man sich schnell dran. Trotzdem
fiel es mir am Anfang leichter, sie zu verstehen, als mich mit ihnen zu
verständigen.
Q1stein - das Jugendmagazin: Hast du schnell Anschluss gefunden und
andere Jugendliche kennen gelernt?
Katharina: Ja, in der Schule habe ich viele Leute kennen gelernt. Es hat
sich sehr schnell herum gesprochen, dass eine Austauschschülerin da ist.
Alle waren hilfsbereit, freundlich und neugierig und wollten wissen, wie es
in Deutschland ist. Ich habe wirklich schnell Freunde gefunden.
Q1stein - das Jugendmagazin: Wie sah deine Freizeitgestaltung in den USA
aus?
Katharina: Nach der Schule habe ich erstmal Hausaufgaben gemacht. Da die
Schule so lang ging, hatte ich abends nicht mehr viel Zeit, Freunde zu
treffen, das habe ich dann am Wochenende gemacht. Wir waren auf der Kirmes,
waren Paintball spielen, haben Computerspiele gespielt und waren oft bei
Schulveranstaltungen z. B. beim American Football. Es hat viel Spaß gemacht.
Q1stein - das Jugendmagazin: Wie war das mit den Mahlzeiten?
Katharina: Mittagessen gab es immer wenn die Gasteltern Hunger hatten
und die Gastmutter gekocht hat. Meist war es Fast Food. Du konntest dir
Essen nehmen, wenn du hungrig warst und essen wo du wolltest. Ich habe nie
mit ihnen an einem Tisch gegessen. Immer saß einer vor dem Fernseher, der
Andere vor dem Computer und mein Gastbruder hat in seinem Zimmer gegessen.
Q1stein - das Jugendmagazin: Wie sind die Geschäfte, die Restaurants in
Amerika?
Katharina: Ich finde, dass die Amerikaner recht faul sind. Denn es gibt
sehr viele Drive-Ins. Selbst bei einer Bank muss man nicht aussteigen,
sondern bekommt das Geld durch eine Art Lufttunnel. Es gibt keine
Fußgängerzonen, da man alles mit dem Auto erreichen kann. Das
Lebensmittelgeschäft Walmart hat 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche
offen, sodass man echt immer einkaufen gehen kann.
Q1stein - das Jugendmagazin: „Religion“, wie sieht das in den USA aus?
Katharina: Die Amerikaner sind sehr gläubig. Meine Gastfamilie z. B. ist
immer mittwochs nach der Arbeit und sonntags den ganzen Abend in die Kirche
gegangen. Ich durfte aber selbst entscheiden, ob ich mitgehen wollte oder
nicht. Auch die Lehrer sind sehr gläubig. Unser Sportlehrer hat jedes Mal,
bevor wir einen Wettkampf hatten, mit uns gebetet. Das war für mich schon
sehr ungewohnt.
Q1stein - das Jugendmagazin: Wie sieht dein Fazit aus? Würdest du einen
solchen Schüleraustausch noch einmal machen?
Katharina: Ich würde es auf jeden Fall wiederholen.
Und ich könnte es auch jedem empfehlen, denn es hat echt super Spaß gemacht
und es sind Erinnerungen fürs ganze Leben, die man niemals vergisst. |