|

Das Magazin &
Online |

Das ganze Youngstars-Team Foto: Kalle

Den Slogan hatten sich die Younsters
ausgedacht.
Das Banner hängt - jetzt wird gefeiert Foto: Q1stein-Magazin

Zwei Youngstar-Player:
Sebastian Werner und Kristof Röder Foto: Kalle |
„Ein Ball, ein Spiel, eine
Welt -
Fußball verbindet uns alle“
- SG Youngstars 08 -
Angesichts der gerade zu Ende
gegangen EM wollten wir mehr über das Phänomen Fußball wissen.
Wir interviewten deshalb zwei junge Fußballer aus Bergisch Gladbach,
Sebastian Werner und Kristof Röder von der SG Youngstars 08, die etwas über
ihre Erfahrungen mit dem Ball, dem Spiel und der Welt des Fußballs, die uns
alle irgendwie verbindet, berichten.
Q1stein - das Jugendmagazin: Wer sind eigentlich die Youngstars?
Sebastian: Die Youngstars 08 sind eine Betriebsfußballmannschaft aber
ohne „Betrieb“. Da einige von uns früher bei der SG Quirl* mitgekickt haben,
haben wir uns überlegt, mit den Leuten, mit denen wir früher im Verein
gespielt haben und mit befreundeten Hobbykickern, die ohne Verein einfach
Lust am Fußballspielen haben, eine Mannschaft zu gründen, um montagabends
ohne großes Trainingsprogramm in der Woche gemeinsam zu kicken.
(* SG Quirl ist die Betriebssportmannschaft von Mensch und Arbeit, Q1,
Gnadenkirche und Ev. Krankenhaus - Anm. der Redaktion).
Q1stein - das Jugendmagazin: Warum seid ihr eigentlich nicht einfach
gleich im Verein geblieben?
Kristof: Das Problem bei unserem alten Verein „Jugend 99“ war ganz
einfach, dass die Vereinsführung nicht so toll war und der Verein sich dann
im Endeffekt ganz aufgelöst hat. Von daher blieb uns gar nicht die Wahl,
beim Verein zu bleiben. Wir hatten keinen Verein mehr und damals auch nicht
die Lust, uns einen anderen Verein zu suchen. Wir haben dann gesagt, machen
wir doch eine eigene Mannschaft auf, bei der wir alles selbst planen und in
die eigene Hand nehmen können.
Q1stein - das Jugendmagazin: Was musstet ihr denn so alles erledigen, um
an der Betriebssportliga RheinBerg teilnehmen zu können?
Sebastian: Zunächst haben wir den Kontakt mit dem Fußballobmann der
Betriebssportliga aufgenommen. Ich bin dann mit zwei Freunden beim Bernhard
Fonfara vorbeigefahren und hab' gefragt, ob das problematisch wäre, eine
eigene Mannschaft zu gründen, was wir alles machen müssen, um in der Liga
mitspielen zu können. Einige der Voraussetzungen kannten wir bereits durch
unsere Erfahrungen bei der SG Quirl. Er hat uns dann erklärt, welche Kosten
auf uns zukommen und wie der ganze Ablauf in der Liga funktioniert, dass wir
z.B. eine Kaution hinterlegen müssen, dass für jeden Spieler
Versicherungsbeiträge gezahlt werden müssen usw.. Er hat uns das am Anfang
auch gar nicht so zugetraut, aber das hat dann doch ganz gut geklappt - zur
Überraschung aller.
Q1stein - das Jugendmagazin: Dazu gehört ja auch, dass ihr einen eigenen
Verein gründen musstet.
Sebastian: Ja, eine Spielgemeinschaft mit Satzung usw. mussten wir
gründen. Wir haben uns dann einen Namen überlegt und da kam der Name
„Youngstars“ bei heraus. Wir mussten einen Vorstand wählen, der dann auch
den Kontakt zum Ligaobmann hält und der für die Spielberichte und alles
Mögliche zuständig ist, wie in einem ganz normalen Verein auch.
Q1stein - das Jugendmagazin: Wie habt ihr das denn mit den Kosten
hingekriegt? - Ihr brauchtet ja auch Trikots und vieles mehr.
Sebastian: Ja, wir hatten zum Glück jemanden in der Mannschaft - der ist
auch unser Vorstandsvorsitzender -, der etwas Geld vorstrecken konnte. Wir
haben geschaut, dass wir billig an Trikots herankamen und er hat das
vorgestreckte Geld dann sozusagen wieder eingetrieben, das hat auch geklappt
und so haben wir alle Kosten geteilt.
Q1stein - das Jugendmagazin: Jetzt seid ihr schon einige Monate dabei -
sogar erfolgreich. Ihr steht im Moment auf dem 2. Tabellenplatz und seid im
Finale des Liga-Pokalwettbewerbs. - Was ist denn eigentlich so anders im
Unterschied zu eurer früheren Vereinszugehörigkeit bei Jugend 99?
Kristof: Ja, es ist alles erst mal viel lockerer. Wir haben jetzt nicht
mehr einen Trainer, der alles bestimmt und auf den wir hören müssen. Wir
können jetzt untereinander die Aufstellung machen, wir können sagen, wie wir
spielen wollen, wie wir auswechseln usw.. Mir persönlich macht das alles
jetzt mehr Spaß.
Sebastian: Sportlich gesehen haben wir bis jetzt gute Erfahrungen
gemacht, wir spielen ganz oben mit in der Liga und stehen im Moment auf dem
2. Tabellenplatz.
Man erfährt aber auch Konflikte in unserer Mannschaft, da hat jeder auch
unterschiedliche Ansprüche. Der eine sagt z.B., es ist mir egal, ob ich nur
eine Halbzeit spiele, der andere sagt: „heute will ich durchspielen…“ Mit
diesen Situationen muss man eben lernen umzugehen.
Q1stein - das Jugendmagazin: Wieviele Spieler gehören jetzt zu eurem
Team?
Sebastian: 16 Spieler. Die sind auch eigentlich alle noch super
motiviert. Es kommt allerdings auch langsam die Phase, wo der ein oder
andere mal verletzt ist. Der Zusammenhalt ist eben genau so wichtig, wie
einen Trainer zu haben. Wir sind ja auch sonst ganz gut befreundet, insofern
klappt das alles recht gut auch ohne Trainer.
Q1stein - das Jugendmagazin: Wie kann man sich das denn vorstellen, wie
läuft das praktisch, wie stellt ihr die Mannschaft auf? - Im Team? - Oder
gibt's da jemanden der sagt, wir spielen jetzt in der und der Besetzung?
Kristof: Das geht meistens so: da macht jemand einen Vorschlag, oft ist
das der Sebastian, das wird dann mit der Mannschaft besprochen und dann
einigen wir uns halt darauf.
Sebastian: Das läuft eigentlich eher ganz demokratisch ab.
Q1stein - das Jugendmagazin: Wie ist denn so der Altersdurchschnitt in eurem
Team?
Kristof: Die meisten sind zwischen 17 und 20 Jahren. Wir haben aber auch
noch einen etwas älteren Mitspieler. Das ist - witzigerweise - unser alter
Trainer, der ist jetzt 46 Jahre alt.
Q1stein - das Jugendmagazin: Mal eine ganz andere Frage, welchen
Stellenwert hat eigentlich der Fußball insgesamt in eurem Leben?
Sebastian: Gerade jetzt bei der EM sehe ich, dass Fußball eigentlich
schon eine große Rolle in meinem Leben spielt. Früher und gerade auch im
Verein war das auf jeden Fall so, dass ich fast jeden 2. Tag trainiert habe
und am Wochenende gab's dann die Spiele und Fußball gucken wird auch immer
noch ganz groß geschrieben. Jetzt kann ich das selbst gestalten, und Fußball
- auf jeden Fall Sport - ist für mich das wichtigste Hobby.
Q1stein - das Jugendmagazin: Wie erklärt ihr euch eigentlich diese
unglaubliche Euphorie in Sachen Nationalmannschaft, die ja schon bei der WM
2006 aufgetreten ist, bei der EM 2008 kaum noch zu toppen ist?
Sebastian: Ja, Bundesligaspiele schauen sich ja meistens nur die sog.
„richtigen“ Fußballfans an, jetzt bei der Europameisterschaft gucken sich
einfach alle die Spiele an und werden irgendwie mit in Bann gezogen. Alle
schauen zu: Männer, Frauen, Junge, Alte.
Kristof: Ja, ich denke das ist einfach eine gute Gelegenheit, mal aus
dem normalen Alltag herausgerissen zu werden, gemeinsam mit den anderen
diese Euphorie zu teilen und einfach Spaß zu haben.
Q1stein - das Jugendmagazin: Aber wieso ist das gerade bei der
Nationalmannschaft so? -- Diese Begeisterung war bereits bei der WM 2006
außergewöhnlich spürbar. Hat das vielleicht auch etwas mit den Spielertypen
zu tun? - Die meisten Spieler waren ja auch bei der WM mit dabei.
Sebastian: Ja, ich finde schon. Die Deutsche Nationalmannschaft, die ist
jetzt nicht so stark bespickt mit Weltstars wie z.B. in Frankreich oder
Italien, aber bei der deutschen Mannschaft macht es der Teamgeist und die
Leidenschaft aus, wir haben Spieler wie z.B. Podolski und Schweinsteiger,
das sind vielleicht auch „Mädchenschwärme“, aber auf jeden Fall
Sympathieträger und vor allem Vorbilder für viele Kicker. Die sind jung und
entwickeln sich weiter.
Q1stein - das Jugendmagazin: Ihr habt ja auch aktiv mitgewirkt an der
Entstehung des Slogans für das Public Viewing im Quirl's und um die
Gnadenkirche während der EM 2008: „Ein Ball, ein Spiel, eine Welt. Fußball
verbindet uns alle“.
Sebastian: Wir sind eine „Multi-Kulti-Truppe“. Bei den Youngstars
spielen Deutsche, Kolumbianer, Kosovo-Albaner, Iraker… im Prinzip jeder der
will, eben mehr oder weniger zufällig, wie das in „normalen“ Vereinen oder
z.B. in der Schulmannschaft auch der Regelfall ist. Wir sind ein gutes Team
und das verbindet uns.
Kristof: Kleiner Wink an die Leser: Wir würden uns auf jeden Fall
freuen, wenn mehr Zuschauer zu den Montagsspielen der Betriebssportliga
RheinBerg kommen würden. - Macht auf jeden Fall Spaß!
Q1stein - das Jugendmagazin: Danke für dieses Interview Kristof Röder und
Sebastian Werner. |