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Jugendkulturhaus der Arbeiterwohlfahrt (AWO)
Kölner Straße 68
51429
Bergisch Gladbach
Tel: 02204/54922
E-Mail: jugendkultur-haus@awo-rbk.de
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Contra „PRO“ - Bewegung
Konferenz im Jugendkulturhaus Ufo
von Phillip Dorfeld
Wir schreiben das
„Superwahljahr“ 2009 - und das heißt auch für den Rheinisch-Bergischen
Kreis, „es darf wieder aktiv an der Demokratie teilgenommen werden!“.
Erstmals wird eine Bewegung mit dem optimistischen, aber aussagefreien Namen
„PRO NRW“ um die Gunst des mündigen Bürgers buhlen.
Was aber verbirgt sich hinter dieser „Wahlalternative“, die sich so bejahend
zu unserem Bundesland bekennt? Etwas Licht ins Dunkel könnte Markus Beisicht
bringen. Der in Burscheid wohnende, hauptberufliche Rechtsanwalt mit Sitz in
Leverkusen, ist seit 2007 Vorsitzender von PRO NRW. Soweit, so dunkel. Etwas
heller wird es, wenn man weiß, dass Beisicht ebenfalls Vorsitzender der
extrem rechten Bürgervereinigung „PRO KÖLN“ ist. Seine Vita liest sich recht
eindeutig - Im Studium ist er Bundesvorsitzender des „Ring freiheitlicher
Studenten“, welcher 1977 von Mitgliedern der Kölner Burschenschaft
„Germania“ gegründet wurde. Später macht er Karriere bei den Republikanern
(REP) und der Deutschen Liga für Volk und Heimat (DLVH), die sich zum Ziel
gesetzt hatte, möglicht viele rechte Splittergruppen unter einem Dach zu
vereinen. Nachdem dieses ehrgeizige Vorhaben, die Erwartungen zumindest in
sofern erfüllte, als dass es relativ ergebnislos scheiterte, widmete sich
Beisicht ganz seinem neuen Hobby, der Bürgerbewegung Pro Köln. Dieser gelang
es tatsächlich auf lokaler Ebene relativ erfolgreich zu werden. Umgab man
sich anfangs noch mit Mitgliedern diverser Freier Kameradschaften und
NPD-Kadern beim Fackelmarsch „Kein Drogenstrich in Longerich“, lud man 2008
schon die europäische Top-Elite in Sachen Rechtspopulismus zum
„Anti-Islamisierungskongress“ nach Köln ein, welcher jedoch am Widerstand
der Kölner Bürger, zahlreicher Organisationen, Parteien und Unterstützer aus
dem ganzen Bundesgebiet scheiterte.
Das Konzept ist einfach: Die Pro-Bewegung ist gegliedert in regionale
Initiativen (Pro Köln ist hier die Bekannteste und erfolgreichste - 2004
zogen die Rechtspopulisten in Fraktionsstärke in den Rat der Stadt Köln
ein), Nordrhein Westfalen wird von Pro NRW abgedeckt und für den Bund soll
„PRO DEUTSCHLAND“ ins Rennen gehen. Letztere spielen jedoch vorerst keine
größere Rolle.
So sehr man sich im Hause der Pro-Bewegung bemüht, Verbindungen zur extremen
Rechten zu leugnen, so eindeutig stechen sie immer wieder ins Auge:
Interviews mit der „Deutschen Stimme“, dem Parteiorgan der NPD, Kundgebungen
unter Mitwirkung bekannter Neonazis aus dem Umfeld militanter freier
Kameradschaften wie Christian Malcoci oder Siegfried Borchardt. Auch die
Geschichte von „Jessica und Ali“, ein fiktives Märchen aus der Pro Köln
eigenen Schüler- und Jugendzeitung „Objektiv“, die Spiegel online als
„widerwärtig, platt und randvoll mit dumpfen Klischees“ bezeichnet, legt ein
Bild nahe: Das des Pro-Aktivisten als Rechtsextremer, im grauen
Biedermann-Anzug von der Stange.
Am 8. November des letzten Jahres fand im Jugendkulturhaus „UFO“ eine
Konferenz über den Antritt von PRO NRW zur nächsten Kommunalwahl statt. Bei
der in Kooperation von Ufo, Jusos und Junger Union parteiübergreifend
inszenierten Veranstaltung ging es vor allem um mögliche Strategien, wie
diesem Umstand zu begegnen sei. Alexander Häusler, Sozialwissenschaftler und
wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsstelle Neonazismus an der
Fachhochschule Düsseldorf, der die erste wissenschaftliche Abhandlung über
PRO KÖLN geschrieben hat, informierte über das Auftreten und Werben von Pro
KÖLN und nannte weiter erfolgreiche Modelle und Strategien gegen den
Rechtspopulismus als „Bürgerbewegung“. Neben Vertretern der
Jugendorganisationen einiger Parteien nahmen auch zahlreiche Einzelpersonen
und Vertreter überparteilicher Organisationen teil. Folgeveranstaltungen
sind geplant und es wird Workshops zu dem Thema geben.
Infos zum Mitmachen oder zum Thema direkt übers UFO. |