No. 4  
 

 


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Kann Computerspiel süchtig machen?
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von Michael Kühl

      




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Computerspielesucht
... eine Gefahr für die Jugend?


Videospiele sind über die letzen Jahre ein immer größere Anteil an der Unterhaltungsindustrie geworden. Vom Kind bis zum Senior spielen alle am Computer oder an der Konsole, egal ob männlich oder weiblich und mit welchem sozialen Hintergrund. Die Videospielindustrie hat die Filmbranche längst vom Umsatz her überholt. Dabei reichen die Angebote von Lernspielen über Ponyhofsimulationen, Strategie- und Aufbauspielen bis zu Rollenspielen und Ego-Shootern.
Gerade die letzen beiden Genres sind in letzter Zeit immer wieder in die öffentliche Kritik geraten wegen ihres Sucht- und Gewaltpotenzials. Spiele wie Counter Strike, bei denen der Spieler virtuelle Gegner mit Waffengewalt töten muss, um das Ziel des Spiels zu erreichen, wurden in den letzten Jahren oft für Amokläufe, bei denen Jugendliche in Schulen echte Menschen töteten mit verantwortlich gemacht. Inwieweit Konsum von gewalttätigen Computerspielen und tatsächliches Gewaltpotenzial zusammenhängen, ist wissenschaftlich nicht geklärt. Was allerdings erwiesen ist, ist, dass Menschen eine Computerspielesucht entwickeln können.


Was ist eine Computerspielesucht?
Die Computerspielesucht ist ein noch recht neues Themengebiet im Bereich der Sucht- und Verhaltensforschung und sie ist noch kaum als wirkliche Sucht anerkannt. Genau wie die Internetsucht konnte sie erst mit den heutzutage möglichen hohen Internet-Verbindungsgeschwindigkeiten und dem Web 2.0 entstehen. Sie kann am ehesten mit dem anerkannten Suchtverhalten bei Glücksspielen mit Geldgewinnmöglichkeiten verglichen werden. Aber auch die typischen Anzeichen von stoffgebundenen Abhängigkeiten sind bei der Computerspielesucht gegeben. Diese sind Kontrollverlust, Entzugserscheinungen, Toleranzentwicklung, Einengung des Handlungsspielraums, Negative Konsequenzen und starkes Verlangen. So hört man immer wieder von Fällen, in denen Menschen sich nur noch ihrem Computerspiel widmen, und Haushalt, Hygiene, Freunde und Arbeit oder Schule vernachlässigen.


Was kann man dagegen tun?
Es ist zu allererst wichtig zu wissen, dass vieles Spielen nicht unbedingt gleichbedeutend mit einer Abhängigkeit ist. Der Deutsche sieht im Durchschnitt dreieinhalb Stunden fern am Tag. Dieses Verhalten ist allerdings normal und gesellschaftlich anerkannt. Wie jedes neue Medium werden Computerspiele anfangs mit Skepsis und Kritik betrachtet, da die älteren Generationen sie nicht verstehen und nachvollziehen können. Das ist prinzipiell auch gut so: Besorgte Eltern sind ein Faktor, der ein Abrutschen in die Computerspielesucht verhindern kann.
Am wichtigsten ist es aber, dass sich jeder über sein eigenes Verhältnis zu Spielen im Klaren ist. Um zu wissen, ob man eventuell etwas an seinem Spielverhalten ändern muss, sollte jeder einmal folgenden Selbsttest ausfüllen:

Um über das Thema Computerspielesucht aufzuklären und mit Jugendlichen direkt darüber zu diskutieren, fand am 23. Juni eine Informationsveranstaltung in der Hauptschule im Ahornweg statt. In dem Informatikkurs der achten Klasse wurde darüber gesprochen, was die Schüler so spielen, welche Folgen übermäßiges Spielen haben kann und was man dagegen tun kann. Die Schüler haben auch den Selbsttest ausgefüllt und nur wenige waren danach im Verdacht zu viel zu spielen. Vor allem für Mädchen war das Thema Computerspiele wenig interessant. Wenn es aber um das Thema Chatten (z.B. über MSN Messenger) oder Internetportale wie SchülerVZ und Facebook geht, verbringen auch Mädchen sehr viel Zeit vor dem Computer. Die Internetsucht ist sehr eng verwandt mit der Computerspielesucht und hat ähnliche Anzeichen und Folgen. Es lohnt sich also auch über dieses Thema zu sprechen.
Wenn man erkannt hat, dass einem das Computerspielen schaden kann und man eigentlich lieber mehr aus seinem Leben machen will, dann ist der wichtigste Schritt schon getan. Familie und Freunde können einem dann am besten helfen, sich auch mit anderen Dingen zu beschäftigen und in den meisten Fällen klärt sich das Problem sehr schnell und einfach. Dabei ist es wichtig, dass man offen mit den Eltern redet und ihnen versucht zu erklären, was einem am Spielen gefällt und ihnen zeigt, was man spielt. Die Eltern machen sich am meisten Sorgen, wenn sie nicht wissen, was ihre Kinder am Computer tun.
Für die Eltern gilt dabei, dass sie sich auf ihre Kinder einlassen und sich mit den Spielen auseinandersetzen, die sie verurteilen. Nur wer etwas auch kennt, kann darüber urteilen.
Um sich über Spiele zu informieren und weitere Informationen zum Thema Computerspielesucht zu bekommen, kann man etwa auch die Internetseite des „ComputerProjekt Köln“ nutzen. Auf www.spieleratgeber-nrw.de erfährt man unter anderem, welche Spiele für wen geeignet sind und warum.

Weitere Informationen findet man auch auf der Seite von Spielraum, einer Institution der Fachhochschule Köln zur Förderung der Medienkompetenz unter www1.fh-koeln.de/spielraum. Wenn die Unterstützung durch Familie oder Freunde nicht so vorhanden ist, nicht ausreicht oder man lieber nicht mit bekannten Menschen über seine Probleme reden will, dann sind diese Seiten auch eine gute Anlaufstelle.

Die Drogenhilfe Köln (www.drogenhilfe-koeln.de) beschäftigt sich schon seit 1972 mit dem Thema Sucht und kümmert sich inzwischen auch intensiv um Computerspielesucht.