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Kann Computerspiel süchtig machen?
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von Michael Kühl

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Computerspielesucht
... eine Gefahr für die Jugend?
Videospiele sind über die letzen
Jahre ein immer größere Anteil an der Unterhaltungsindustrie geworden. Vom
Kind bis zum Senior spielen alle am Computer oder an der Konsole, egal ob
männlich oder weiblich und mit welchem sozialen Hintergrund. Die
Videospielindustrie hat die Filmbranche längst vom Umsatz her überholt.
Dabei reichen die Angebote von Lernspielen über Ponyhofsimulationen,
Strategie- und Aufbauspielen bis zu Rollenspielen und Ego-Shootern.
Gerade die letzen beiden Genres sind in letzter Zeit immer wieder in die
öffentliche Kritik geraten wegen ihres Sucht- und Gewaltpotenzials. Spiele
wie Counter Strike, bei denen der Spieler virtuelle Gegner mit Waffengewalt
töten muss, um das Ziel des Spiels zu erreichen, wurden in den letzten
Jahren oft für Amokläufe, bei denen Jugendliche in Schulen echte Menschen
töteten mit verantwortlich gemacht. Inwieweit Konsum von gewalttätigen
Computerspielen und tatsächliches Gewaltpotenzial zusammenhängen, ist
wissenschaftlich nicht geklärt. Was allerdings erwiesen ist, ist, dass
Menschen eine Computerspielesucht entwickeln können.
Was ist eine Computerspielesucht?
Die Computerspielesucht ist ein noch recht neues Themengebiet im Bereich der
Sucht- und Verhaltensforschung und sie ist noch kaum als wirkliche Sucht
anerkannt. Genau wie die Internetsucht konnte sie erst mit den heutzutage
möglichen hohen Internet-Verbindungsgeschwindigkeiten und dem Web 2.0
entstehen. Sie kann am ehesten mit dem anerkannten Suchtverhalten bei
Glücksspielen mit Geldgewinnmöglichkeiten verglichen werden. Aber auch die
typischen Anzeichen von stoffgebundenen Abhängigkeiten sind bei der
Computerspielesucht gegeben. Diese sind Kontrollverlust,
Entzugserscheinungen, Toleranzentwicklung, Einengung des
Handlungsspielraums, Negative Konsequenzen und starkes Verlangen. So hört
man immer wieder von Fällen, in denen Menschen sich nur noch ihrem
Computerspiel widmen, und Haushalt, Hygiene, Freunde und Arbeit oder Schule
vernachlässigen.
Was kann man dagegen tun?
Es ist zu allererst wichtig zu wissen, dass vieles Spielen nicht unbedingt
gleichbedeutend mit einer Abhängigkeit ist. Der Deutsche sieht im
Durchschnitt dreieinhalb Stunden fern am Tag. Dieses Verhalten ist
allerdings normal und gesellschaftlich anerkannt. Wie jedes neue Medium
werden Computerspiele anfangs mit Skepsis und Kritik betrachtet, da die
älteren Generationen sie nicht verstehen und nachvollziehen können. Das ist
prinzipiell auch gut so: Besorgte Eltern sind ein Faktor, der ein Abrutschen
in die Computerspielesucht verhindern kann.
Am wichtigsten ist es aber, dass sich jeder über sein eigenes Verhältnis zu
Spielen im Klaren ist. Um zu wissen, ob man eventuell etwas an seinem
Spielverhalten ändern muss, sollte jeder einmal folgenden Selbsttest
ausfüllen:

Um über das Thema
Computerspielesucht aufzuklären und mit Jugendlichen direkt darüber zu
diskutieren, fand am 23. Juni eine Informationsveranstaltung in der
Hauptschule im Ahornweg statt. In dem Informatikkurs der achten Klasse wurde
darüber gesprochen, was die Schüler so spielen, welche Folgen übermäßiges
Spielen haben kann und was man dagegen tun kann. Die Schüler haben auch den
Selbsttest ausgefüllt und nur wenige waren danach im Verdacht zu viel zu
spielen. Vor allem für Mädchen war das Thema Computerspiele wenig
interessant. Wenn es aber um das Thema Chatten (z.B. über MSN Messenger)
oder Internetportale wie SchülerVZ und Facebook geht, verbringen auch
Mädchen sehr viel Zeit vor dem Computer. Die Internetsucht ist sehr eng
verwandt mit der Computerspielesucht und hat ähnliche Anzeichen und Folgen.
Es lohnt sich also auch über dieses Thema zu sprechen.
Wenn man erkannt hat, dass einem das Computerspielen schaden kann und man
eigentlich lieber mehr aus seinem Leben machen will, dann ist der wichtigste
Schritt schon getan. Familie und Freunde können einem dann am besten helfen,
sich auch mit anderen Dingen zu beschäftigen und in den meisten Fällen klärt
sich das Problem sehr schnell und einfach. Dabei ist es wichtig, dass man
offen mit den Eltern redet und ihnen versucht zu erklären, was einem am
Spielen gefällt und ihnen zeigt, was man spielt. Die Eltern machen sich am
meisten Sorgen, wenn sie nicht wissen, was ihre Kinder am Computer tun.
Für die Eltern gilt dabei, dass sie sich auf ihre Kinder einlassen und sich
mit den Spielen auseinandersetzen, die sie verurteilen. Nur wer etwas auch
kennt, kann darüber urteilen.
Um sich über Spiele zu informieren und weitere Informationen zum Thema
Computerspielesucht zu bekommen, kann man etwa auch die Internetseite des „ComputerProjekt
Köln“ nutzen. Auf
www.spieleratgeber-nrw.de erfährt man unter anderem, welche Spiele für
wen geeignet sind und warum.
Weitere Informationen findet man auch auf der Seite von Spielraum, einer
Institution der Fachhochschule Köln zur Förderung der Medienkompetenz unter
www1.fh-koeln.de/spielraum. Wenn die Unterstützung durch Familie oder
Freunde nicht so vorhanden ist, nicht ausreicht oder man lieber nicht mit
bekannten Menschen über seine Probleme reden will, dann sind diese Seiten
auch eine gute Anlaufstelle.
Die Drogenhilfe Köln (www.drogenhilfe-koeln.de)
beschäftigt sich schon seit 1972 mit dem Thema Sucht und kümmert sich
inzwischen auch intensiv um Computerspielesucht.
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