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Das Magazin &
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Foto: Stephanie-Hofschlaeger_pixelio.de
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Unterstützung für die Opfer
gibt’s:
www.mobbing-hilfe.de,
www.mobbing-web.de,
www.mobbingberatung.info,
www.mobbingscout.de,
www.schueler-mobbing.de/mobb/ |
Mobben ist krass geil
Und was ist, wenn ich gemobbt werde - find’ ich das denn immer noch gut?
Wir haben lange und intensiv
darüber gesprochen, diskutiert und abgewogen, ob wir das Thema überhaupt in
diese Ausgabe mitnehmen sollen. Und ich schicke es voraus: Wir waren ganz
und gar nicht einer Meinung.
„Das ist ausgelutscht“, sagten die Einen. Nach Winnenden ist die Thematik
von ALLEN Medien aufgegriffen worden. Jeder, ob befugt oder nicht, sah sich
im öffentlichen Raum genötigt, sein Fachwissen dazu kundzutun. Oft genug war
es auch nur Halbwissen, oft genug hat man sich gefragt, warum denn nun noch
ein Artikel, noch eine Radio- oder Fernsehsendung und noch eine
wissenschaftliche Meinung. Und jetzt auch noch im Q1stein - Das
Jugendmagazin! Nein, das muss nicht sein.
Doch, gerade in einem Jugendmagazin muss es sein, argumentierten die
anderen.
„Wenn nicht wir, wer soll dann dazu etwas wirklich ‘hautnah und mittendrin’
schreiben? „Ja, und Winnenden war wohl ‘nur’ der Tropfen, der das Fass
überlaufen ließ.“ Und es gehe nicht nur um das grausam-brutale Endstadium
des Mobbings, vielmehr darum, was getan wird, um zu verhindern, dass es
soweit überhaupt kommen muss.
Schließlich wurde abgestimmt und ihr lest gerade einen Artikel über Mobbing.
Ob ihr nachher schlauer seid - entscheidet selbst. Schreibt - auch anonym -
einen Leserbrief, als Gemobbte oder Mobber.
Man fragt sich zunächst: Was ist Mobbing? Was bedeutet es im eigentlichen
Sinne? Mobbing oder Mobben steht im engeren Sinn für „Psychoterror am
Arbeitsplatz mit dem Ziel, den Betroffenen aus dem Betrieb hinauszuekeln“.
Im weiteren Sinn bedeutet Mobbing, einen Kollegen ständig zu schikanieren,
zu quälen und zu verletzen, beispielsweise in der Schule, im Sportverein, im
Altersheim oder im Gefängnis.
Der Begriff kommt übrigens aus dem Englischen. „To mob“ bedeutet soviel wie
anpöbeln, angreifen, bedrängen, über jemanden herfallen und „the mob“ ist
die Meute, das Gesindel, der Pöbel oder die Bande.
Als typische Mobbinghandlungen gelten etwa Verbreitung falscher Tatsachen,
Zuweisung sinnloser Arbeitsaufgaben, vor allem aber auch Gewaltandrohung,
soziale Isolation oder ständige Kritik an der Arbeit, an den Klamotten, am
Aussehen, an der Frisur, der Brille, und und und ...
Und das geht natürlich und besonders gut auch in der Schule. Gegen einen
Schüler gemeinsam mit mehreren gemein zu sein, ist doch auch prima. Gegen
fünf Mitschüler wehrt sich kein Einzelner. Weder ein einzelner Schüler noch
ein einzelner Lehrer. Man kann zusammen den Einen, den man sich ausgeguckt
hat, ärgern, verbal und körperlich angreifen oder schikanieren. Das ist dann
direktes Mobbing. Man kann ihn, oder sie, aber auch sozial isolieren, von
gemeinsamen Unternehmungen ausschließen. Das ist dann indirektes Mobbing.
Und damit wären wir bei der nächsten Frage. Was sind das für Schüler und
Schülerinnen, die mobben? Und wer wird gemobbt?
Mobber haben durchweg eine positivere Einstellung gegenüber Gewalt als
Durchschnittsschüler. Sie gehen aber nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer
und Eltern an, sind oft stark impulsiv und haben ein ausgeprägtes Bedürfnis,
andere zu dominieren, anderen zu zeigen, dass sie Gewalt gut finden und sich
damit in der Gruppe hervorzutun.
Das Opfer hingegen ist meist passiv, ängstlich und unsicher, empfindlich,
vorsichtig und schweigsam. Und es lehnt sehr oft Gewalt als Mittel zum Zweck
ab.
Andere Opfer provozieren jedoch auch ihre Situation, indem sie in der
Gemeinschaft nerven, unumgänglich sind, unkonzentriert, ja störend wirken,
was dann in ihrem Umfeld eben diese negativen Reaktionen auslösen kann.
Und dann ist es egal, wo sich Täter und Opfer befinden: auf dem Schulhof, in
der Klasse, auf dem Weg zur Schule oder auf dem Heimweg. Sobald sich Täter
und Opfer begegnen, kann es zu eskalierenden Situationen kommen. Man beweist
sich in der Gruppe als Starker, als Anführer, als dazu gehörig, überspielt
aber auch oft genug damit seine eigenen Schwächen, denn der dumme Starke hat
so eine Möglichkeit gefunden, über den intelligenten Schwachen zu
triumphieren.
„Wenn du dich noch einmal in Mathe meldest, kannst du deine Zähne einzeln
aufsammeln“, wird dem strebsamen und ängstlichen Schüler gedroht und er wird
nicht aufzeigen, weil er der Gewalt zu entgehen versucht.
„Lass deine Finger von dem Kerl oder du kannst deinen nächsten Geburtstag
ohne uns feiern“, drohen die Freundinnen und wissen um ihre Macht, denn das
Opfer möchte gerne weiter zur Gruppe gehören und nicht ausgeschlossen
werden.
Das führt soweit, dass das Opfer nicht selten, um dem Mobbing zu entgehen,
die Schule verlässt oder wechselt. Tatsächlich stellt dies aber gerade eine
Bestrafung des Opfers und eine Belohnung der Mobber dar. Auf die Solidarität
der Lehrer kann sich das Opfer nach bisherigen Erfahrungen selten verlassen.
Lehrer schauen oftmals weg, kriegen nichts mit und haben gerade jetzt keine
Zeit. Es gibt aber auch Schulen, die das Mobben nicht dulden, wo die Lehrer
hart durchgreifen.
„Opfer von Mobbing reagieren teils gewalttätig, unter Umständen erst Jahre
später. Amokläufe werden teils mit einem jahrelangen Mobbing des Amokläufers
in Zusammenhang gestellt“, heißt es in schlauen Abhandlungen.
Doch - wie eingangs dargelegt - soll darauf nicht unbedingt eingegangen
werden. Viel spannender sind doch die Fragen: „Ist ein Amoklauf an Bergisch
Gladbacher Schulen möglich? Wie sieht es in den Schulen mit Notfallplänen
aus? Gibt es Präventionsmaßnahmen?“
Albertus-Magnus-Gymnasium Bensberg
Das AMG Bensberg bietet verschiedene Beratungen für Schüler an, wie etwa die
schulpsychologische Beratung und die Streitschlichtung.
Nicolaus-Cusanus-Gymnasium, Reuterstraße
Das NCG bietet Workshops und AGs, wie etwa „Schule gegen Rassismus“,
um Problematiken bewusst zu machen.
Otto-Hahn-Gymnasium, Bensberg
Ende 1996 wurde am OHG das Schülerstreitschlichterprogramm eingeführt.
Dietrich Bonhoeffer Gymnasium, Rübezahlwald
Im DBG organisiert die Schülervertretung einen Anti-Mobbing-Tag
Gymnasium Herkenrath
Auf dem GH zeigen Lehrer und Schüler Bereitschaft zu gemeinsamen
Problemlösungen. Lehrer und Schüler gehen respektvoll und tolerant
miteinander um. So jedenfalls steht es im Schulvertrag.
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