No. 4  
 

 


Das Magazin & Online



Foto: Stephanie-Hofschlaeger_pixelio.de



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Unterstützung für die Opfer gibt’s:
www.mobbing-hilfe.de,
www.mobbing-web.de,
www.mobbingberatung.info,
www.mobbingscout.de,
www.schueler-mobbing.de/mobb/

Mobben ist krass geil
Und was ist, wenn ich gemobbt werde - find’ ich das denn immer noch gut?


Wir haben lange und intensiv darüber gesprochen, diskutiert und abgewogen, ob wir das Thema überhaupt in diese Ausgabe mitnehmen sollen. Und ich schicke es voraus: Wir waren ganz und gar nicht einer Meinung.

„Das ist ausgelutscht“, sagten die Einen. Nach Winnenden ist die Thematik von ALLEN Medien aufgegriffen worden. Jeder, ob befugt oder nicht, sah sich im öffentlichen Raum genötigt, sein Fachwissen dazu kundzutun. Oft genug war es auch nur Halbwissen, oft genug hat man sich gefragt, warum denn nun noch ein Artikel, noch eine Radio- oder Fernsehsendung und noch eine wissenschaftliche Meinung. Und jetzt auch noch im Q1stein - Das Jugendmagazin! Nein, das muss nicht sein.

Doch, gerade in einem Jugendmagazin muss es sein, argumentierten die anderen.
„Wenn nicht wir, wer soll dann dazu etwas wirklich ‘hautnah und mittendrin’ schreiben? „Ja, und Winnenden war wohl ‘nur’ der Tropfen, der das Fass überlaufen ließ.“ Und es gehe nicht nur um das grausam-brutale Endstadium des Mobbings, vielmehr darum, was getan wird, um zu verhindern, dass es soweit überhaupt kommen muss.

Schließlich wurde abgestimmt und ihr lest gerade einen Artikel über Mobbing. Ob ihr nachher schlauer seid - entscheidet selbst. Schreibt - auch anonym - einen Leserbrief, als Gemobbte oder Mobber.
Man fragt sich zunächst: Was ist Mobbing? Was bedeutet es im eigentlichen Sinne? Mobbing oder Mobben steht im engeren Sinn für „Psychoterror am Arbeitsplatz mit dem Ziel, den Betroffenen aus dem Betrieb hinauszuekeln“. Im weiteren Sinn bedeutet Mobbing, einen Kollegen ständig zu schikanieren, zu quälen und zu verletzen, beispielsweise in der Schule, im Sportverein, im Altersheim oder im Gefängnis.

Der Begriff kommt übrigens aus dem Englischen. „To mob“ bedeutet soviel wie anpöbeln, angreifen, bedrängen, über jemanden herfallen und „the mob“ ist die Meute, das Gesindel, der Pöbel oder die Bande.

Als typische Mobbinghandlungen gelten etwa Verbreitung falscher Tatsachen, Zuweisung sinnloser Arbeitsaufgaben, vor allem aber auch Gewaltandrohung, soziale Isolation oder ständige Kritik an der Arbeit, an den Klamotten, am Aussehen, an der Frisur, der Brille, und und und ...

Und das geht natürlich und besonders gut auch in der Schule. Gegen einen Schüler gemeinsam mit mehreren gemein zu sein, ist doch auch prima. Gegen fünf Mitschüler wehrt sich kein Einzelner. Weder ein einzelner Schüler noch ein einzelner Lehrer. Man kann zusammen den Einen, den man sich ausgeguckt hat, ärgern, verbal und körperlich angreifen oder schikanieren. Das ist dann direktes Mobbing. Man kann ihn, oder sie, aber auch sozial isolieren, von gemeinsamen Unternehmungen ausschließen. Das ist dann indirektes Mobbing.

Und damit wären wir bei der nächsten Frage. Was sind das für Schüler und Schülerinnen, die mobben? Und wer wird gemobbt?

Mobber haben durchweg eine positivere Einstellung gegenüber Gewalt als Durchschnittsschüler. Sie gehen aber nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer und Eltern an, sind oft stark impulsiv und haben ein ausgeprägtes Bedürfnis, andere zu dominieren, anderen zu zeigen, dass sie Gewalt gut finden und sich damit in der Gruppe hervorzutun.

Das Opfer hingegen ist meist passiv, ängstlich und unsicher, empfindlich, vorsichtig und schweigsam. Und es lehnt sehr oft Gewalt als Mittel zum Zweck ab.
Andere Opfer provozieren jedoch auch ihre Situation, indem sie in der Gemeinschaft nerven, unumgänglich sind, unkonzentriert, ja störend wirken, was dann in ihrem Umfeld eben diese negativen Reaktionen auslösen kann.
Und dann ist es egal, wo sich Täter und Opfer befinden: auf dem Schulhof, in der Klasse, auf dem Weg zur Schule oder auf dem Heimweg. Sobald sich Täter und Opfer begegnen, kann es zu eskalierenden Situationen kommen. Man beweist sich in der Gruppe als Starker, als Anführer, als dazu gehörig, überspielt aber auch oft genug damit seine eigenen Schwächen, denn der dumme Starke hat so eine Möglichkeit gefunden, über den intelligenten Schwachen zu triumphieren.
„Wenn du dich noch einmal in Mathe meldest, kannst du deine Zähne einzeln aufsammeln“, wird dem strebsamen und ängstlichen Schüler gedroht und er wird nicht aufzeigen, weil er der Gewalt zu entgehen versucht.
„Lass deine Finger von dem Kerl oder du kannst deinen nächsten Geburtstag ohne uns feiern“, drohen die Freundinnen und wissen um ihre Macht, denn das Opfer möchte gerne weiter zur Gruppe gehören und nicht ausgeschlossen werden.
Das führt soweit, dass das Opfer nicht selten, um dem Mobbing zu entgehen, die Schule verlässt oder wechselt. Tatsächlich stellt dies aber gerade eine Bestrafung des Opfers und eine Belohnung der Mobber dar. Auf die Solidarität der Lehrer kann sich das Opfer nach bisherigen Erfahrungen selten verlassen. Lehrer schauen oftmals weg, kriegen nichts mit und haben gerade jetzt keine Zeit. Es gibt aber auch Schulen, die das Mobben nicht dulden, wo die Lehrer hart durchgreifen.

„Opfer von Mobbing reagieren teils gewalttätig, unter Umständen erst Jahre später. Amokläufe werden teils mit einem jahrelangen Mobbing des Amokläufers in Zusammenhang gestellt“, heißt es in schlauen Abhandlungen.

Doch - wie eingangs dargelegt - soll darauf nicht unbedingt eingegangen werden. Viel spannender sind doch die Fragen: „Ist ein Amoklauf an Bergisch Gladbacher Schulen möglich? Wie sieht es in den Schulen mit Notfallplänen aus? Gibt es Präventionsmaßnahmen?“

Albertus-Magnus-Gymnasium Bensberg
Das AMG Bensberg bietet verschiedene Beratungen für Schüler an, wie etwa die schulpsychologische Beratung und die Streitschlichtung.

Nicolaus-Cusanus-Gymnasium, Reuterstraße
Das NCG bietet Workshops und AGs, wie etwa „Schule gegen Rassismus“,
um Problematiken bewusst zu machen.

Otto-Hahn-Gymnasium, Bensberg
Ende 1996 wurde am OHG das Schülerstreitschlichterprogramm eingeführt.

Dietrich Bonhoeffer Gymnasium, Rübezahlwald
Im DBG organisiert die Schülervertretung einen Anti-Mobbing-Tag

Gymnasium Herkenrath
Auf dem GH zeigen Lehrer und Schüler Bereitschaft zu gemeinsamen Problemlösungen. Lehrer und Schüler gehen respektvoll und tolerant miteinander um. So jedenfalls steht es im Schulvertrag.