No. 4  
 

 


Das Magazin & Online


Das geht unter die Haut
und bleibt dort -
zumindest bei den meisten Menschen,
die sich einmal dafür
entschieden haben.. Foto: privat


Saubere Maschinen sind das A und O
eines guten Tattoo-Studios.
Kein Arzt würde mit
schmutzigen Spritzen arbeiten.
Der Tattoo-Spezialist sollte
dies auch nicht tun. Foto: privat


Künstlerische Begabung ist gefragt,
wenn das Tattoo gut aussehen soll.
Eine ruhige hand ist außerdem
ganz nützlich. Foto: privat

von Sara-Lena Niebaum

Sara-Lena Niebaum hat sich
eingehend mit den Themen
Tattoo und Piercing beschäftigt.
In diesem Q1stein - Das Jugendmagazin
lest ihr zunächst etwas über Tattoos.
In der nächsten Ausgabe folgt
dann ihr Report über Piercing.





Ein Tipp für
Bergisch-Gladbach:
Skinworks,
Hauptstraße 346a,
51465 Bergisch Gladbach,
Tel.: 02202/245577
www.skinworks.de
(Sehr sauberes Studio;
 zuverlässige Beratung
in Fragen zu Piercing,
Tätowierungen und
Laserbehandlungen)

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Tattoos und Piercings
Mehr als nur Lebenslange Accessoires
(Teil 1: Tattoos)


Tattoos haben sich in den letzten Jahren eher zu einem Trend als zu einer Kultur entwickelt. Es ist fast unmöglich geworden, jemanden aufgrund einer Tätowierung einem speziellen sozialen Umfeld oder einer Gruppe zuzuordnen: Diese („etwas anderen“) Kunstwerke sind für jeden zugänglich und anscheinend auch eine neue Möglichkeit der selbst entschiedenen, individuellen Darstellung.
Mittlerweile gilt: Jeder zehnte Deutsche sei tätowiert und die Zahlen tendieren dazu, sich nach oben zu entwickeln. Doch neben der Euphorie, die Tattoos bewirken, sollten einige Risiken und vorab zu treffende Entscheidungen nicht außer Acht gelassen werden.


Das Motiv
Natürlich ist die Auswahl des Motivs die wichtigste Entscheidung, die vor jeder Tätowierung getroffen werden muss. Es sollte jedoch jedem bewusst sein, dass diese Zeichnung den Körper wirklich den Rest des Lebens „schmückt“, denn es bringt nichts, sich unter dem Vorsatz einer möglichen späteren Entfernung tätowieren zu lassen.

Wie in jeder anderen Modebranche, gibt es natürlich auch bei Tattoos Trends, die sich darin äußern, wie häufig ein Tattoo-Stil in einer bestimmten Zeit tätowiert wird.
Es gibt Tribals, Fantasyzeichnungen, chinesische Schriftzeichen, Blumenmuster, Porträts, Bandnamen, Lebensmottos und viele andere Stile. In den 90ern waren vor allem Tribals in, zu denen auch das bekannte
„Arschgeweih“ gehört. Inzwischen gibt es aber immer mehr Leute, die sich Gesichter von ihren Kindern oder auch von Idolen stechen
lassen.

Generell gilt: Wer sich für eine bestimmte Zeichnung entscheidet, muss mit den Konsequenzen leben! Das hört sich zwar hart an, aber ist doch von umso größerer Bedeutung, wenn man an die denkt, die sich Namen ihrer Partner tätowieren lassen. Nur weil diese Liebe wortwörtlich „unter die Haut geht“, ist nicht garantiert, dass sie ewig hält.
Das gleiche gilt übrigens auch für politische Parolen und Bandnamen. Am persönlichsten und individuellsten sind eigene Kreationen und Ideen, bei deren Umsetzung der Tätowierer sicherlich gerne hilft.

Die Auswahl des Studios
Doch nicht nur die Auswahl des Motivs sollte gut durchdacht sein, sondern auch die Auswahl eines Tattoo-Studios kann und sollte viel Zeit in Anspruch nehmen. Man muss sich einfach darüber im Klaren sein, dass Tätowieren nicht nur eine Leidenschaft, sondern auch ein Gewerbe ist, bei dem Geld sehr wohl eine Rolle spielt. Das äußert sich natürlich in den Preisen, die nicht nur stark unterschiedlich sein können, sondern auch von der gewünschten Stelle abhängen sowie von der Entscheidung ob das Tattoo farbig sein soll oder nicht. Es ist also wichtig, mehrere Angebote einzuholen und nicht einfach danach zu entscheiden, in welchem Studio ein Termin am schnellsten möglich ist. Wer die Zeit hat, ein Leben lang mit einem Tattoo herumzulaufen, der sollte sich auch die Zeit lassen, um sich in jeder Hinsicht sicher zu sein.
Bevor man aber zu den Studios geht, sollte man sich über die genauen Fragen und daraus abzuleitenden Informationen klar sein. Manchmal ist es im Folgenden auch nicht schlecht, danach zu entscheiden, bei wem man sich gut beraten fühlt und wer vertrauensvoll erscheint: Denn auch beim Tätowieren kommt es auf die Chemie zwischen Kunde und Künstler an! Der Tätowierer muss verstehen, was genau der Kunde will, außerdem sollte eine gute Nachsorge und Erläuterungen zur häuslichen Pflege gewährleistet sein, denn dieser bedarf jedes Tattoo.
Hat man sich dann entschieden, ist es bei den meisten Studios obligatorisch, eine Anzahlung zu leisten, die auch dem Tätowierer eine Art Garantie gibt, denn der eigene Termin nimmt auch anderen die Möglichkeit dann tätowiert zu werden.
Ein Tipp für jeden: „Hol dir auch Informationen und Empfehlungen bei bereits tätowierten Freunden oder Freundinnen, denn die wollen ja auch nur das Beste für dich“.

Die Tattoo-Entfernung
Da immer mehr Leute tätowiert sind, ist natürlich auch der Anteil derer gestiegen, die sich ein Tattoo wieder entfernen lassen möchten. Deswegen wurde in den letzten Jahren genau an dieser Technik geforscht und gefeilt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sein Tattoo wieder loszuwerden, die allerdings nicht unbedingt schmerzfrei sind: Herausschneiden, Abschälen der Haut mit Stäbchen, Säureverfahren - kurz: nicht wirklich angenehm! Die am meisten verbreitete Methode ist die Entfernung mit Laser. Bei einer Tätowierung werden über die Nadel Farbpartikel in die Haut eingebracht, die aber zu groß sind, um von der Haut selbstständig wieder entfernt zu werden. Der Laser-Lichtstrahl zerteilt dieses Farbpigment, so dass einzelne kleine Partikel entstehen, die von jedem körpereigenen Abwehrsystem abgetragen werden können. Dabei stößt das Gewebe diese Moleküle ab. Das Gute an dieser Methode: Wird alles richtig behandelt und durch Nachsorge abgesichert, dass die Oberhaut nicht verletzt wird, können KEINE NARBEN entstehen! Durch die Länge des Abtragungsprozesses ist es allerdings nötig, den Vorgang in mehreren Sitzungen zu wiederholen.
Natürlich ist das Ganze nicht umsonst. Die Kosten einer solchen Laserbehandlung liegen bei rund 150 Euro, so dass man bei lediglich fünf Behandlungen schon mit 750 Euro rechnen muss. Insgesamt hängt die Anzahl der Sitzungen vom Erfolg und von der Größe des Tattoos ab. Teilweise kann auch pro Stunde abgerechnet werden.

Die Pflege
Ein frisch gestochenes Tattoo wird mit einer Folie überdeckt, damit keine Luft und kein Dreck an diese Hautstelle gelangt. Dadurch werden Entzündungen vermieden, denn jede Tätowierung ist auch eine offene Hautverletzung. Die Poren können sich so in den ersten Stunden schließen und zudem Wundwasser ausscheiden. Zur direkten Beruhigung der Haut wird noch im Studio Creme aufgetragen. Die Folie kann nach drei bis vier Stunden entfernt werden und das Tattoo sollte mit lauwarmem Wasser und Seife abgewaschen werden. Es ist sehr wichtig, dass keine parfümhaltigen Seifen oder Lotionen verwendet werden und mit der Verletzung vorsichtig umgegangen wird, deswegen sollte auch auf Waschlappen verzichtet werden. Ab jetzt muss das Tattoo mehrmals täglich eingecremt werden. Hierzu ist eine neutrale Wund- und Heilsalbe zu empfehlen.
Das Wichtige und zugleich Schwierige bei der Pflege ist, dass die Salbe nicht einmassiert wird, sondern nur eine dünne Schicht die Haut bedeckt. Schwimmen, Sauna, Solarium, Schweiß treibender Sport - das alles ist für die nächsten vier Wochen tabu.
Da kein Tattoo-Studiobetreiber überwachen kann, ob jemand die Pflegeanweisungen befolgt, wird man grundsätzlich auf eigene Gefahr tätowiert. Aber: Mit der richtigen Pflege kann jedes Tattoo auch in 20 Jahren noch gut aussehen.

Das Fazit
Tattoos sind eine tolle Möglichkeit sich selbst darzustellen und machen in jeder Hinsicht Individualität aus. Sie müssen nicht für Jeden verständlich sein, sondern nur für den, der sie trägt und manchmal sind sie noch viel tiefgründiger, als Außenstehende beurteilen können.
Sie können uns unabhängig machen, zu einer Gruppe dazu gehören lassen, ein Geheimnis bewahren, den Körper kreativer gestalten. Sie können mehr als Accessoires und Kleidung, aber sind dafür nicht so einfach austauschbar.
Jeder, der sich für ein Tattoo entscheidet, sollte sich seiner Sache sicher sein und sich selbst Zeit lassen. Es geht bei Tattoos nicht nur um eine Modeerscheinung, denn sie können zu gesellschaftlichen Belastungen werden, anders als ein Paar Schuhe oder ein T-Shirt.
Für viele signalisieren sie immer noch Abgrenzung, Differenzierung und Protest. Das ist mittlerweile zwar nicht mehr so akut, aber in manchen Berufsfeldern ist Körperschmuck jeglicher Art trotzdem nicht erwünscht, worüber man sich im Klaren sein muss.
Tattoos sind Ausdruck einer Lebensweise: Sie stellen dich nicht nur dar, sondern sie bleiben auch für immer.