No. 5  
 

 


Das Magazin & Online

von Nicole Mrziglod

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Wer tut was für die Jugend?
Und was kostet das überhaupt?

Julia hat heute einfach keine Lust nach Hause zu gehen. Ihre Eltern haben sich gestritten und die Stimmung ist mal wieder einfach nur mies. Nach der Schule trifft sie sich mit einer Freundin im Café Samarii im Q1 und quatscht noch ein paar Stunden. Max hat zu Hause keinen Platz um seine Hausaufgaben zu machen, seine Geschwister lassen ihm keine Ruhe und seine Mutter kann ihm nicht helfen, da sie die Aufgaben kaum versteht. Er nutzt das Angebot der Mitarbeiter des Café Leichtsinn. Miriam und Luis treffen sich Freitags abends im Leichtsinn um einfach mal einen Cocktail zu schlürfen und die Partys und Konzerte im Ufo machen auch immer Spaß. Vielleicht seid ihr ja auch hin und wieder mal in einer der sechs Jugendeinrichtungen in der Stadt unterwegs, wart früher gerne auf dem Abenteuerspielplatz oder nutzt andere Angebote, die für Jugendliche der Stadt zu Verfügung stehen.

Aber habt ihr euch schon mal gefragt, wie das ganze funktioniert, wer dahinter steht? Wie werden die verschiedenen Aktionen und Angebote finanziert? Und vor allem: Was passiert in Zeiten der Wirtschaftskrise? Die Stadt ist dieses Jahr im Nothaushalt, das wird auch mindestens bis nächstes Jahr so bleiben. Das heißt: Kürzen und sparen wo immer es möglich ist! Der Bau neuer Spielplätze steht auf dem Prüfstand, freiwillige Projekte wie z.B. die Errichtungen von Skateranlagen oder ähnliche freiwillige Ausgaben fallen vielleicht fürs erste weg oder werden verschoben. Doch gehen die Maßnahmen noch weiter, kann es zu Schließungen von Jugendzentren kommen? Bereits 2007 stand zur Debatte, unterschiedliche Einrichtungen zu schließen und umfassende Kürzungen vorzunehmen. Eine große Demo auf dem Marktplatz zeigte die Meinung der Jugendlichen: Nicht mit uns!

Die daraufhin geschlossenen Verträge laufen allerdings Ende diesen Jahres aus. Die Jugendeinrichtungen stehen alle unter freier, d.h. nicht städtischer Trägerschaft. Die Träger sind zwar an der Finanzierung beteiligt, aber ein Großteil des Geldes kommt von der Stadt und vom Land. Ohne diese Förderungen ist die Jugendarbeit nicht möglich. Hier kommt das Jugendamt hinzu. In Zusammenarbeit mit den Jugendeinrichtungen werden Gespräche geführt und Berechnungen angestellt. Welche Projekte sind möglich, wie viele Mittel stehen zur Verfügung oder können aufgebracht werden? Was ist realistisch?

Der Jugendhilfeausschuss der Stadt berät die erarbeiteten Vorschläge und spricht eine Empfehlung für den Rat aus. Der Jugendhilfeausschuss besteht aus 15 stimmberechtigten Mitgliedern (Davon sind 6 Vertreter/innen von Jugend und Wohlfahrtsverbänden) und weiteren beratenden Mitgliedern (z.B. von Schulen, dem Kinderschutzbund oder dem Ausländerbeirat). Der Jugendhilfeausschuss tagt und berät sich zu allen möglichen Themen, welche Jugendliche betreffen. Entschieden wird über die Finanzierung der Jugendarbeit jedoch weder vom Jugendamt, noch vom Jugendhilfeausschuss. Der Rat der Stadt stimmt ab, was bewilligt werden kann und was nicht. Hierbei ist u.a. der Bürgermeister beteiligt.
Konkret heißt das, dass keine wirklich feste Summe für die Jugendarbeit zur Verfügung steht. Es wird eher nach Bedarf berechnet, wie viel Geld zur Verfügung gestellt wird bzw. geguckt, wie viel Geld überhaupt zur Verfügung gestellt werden kann, wenn ein neuer Vertrag erstellt wird. Dass sich niemand über Kürzungen freut, ist klar, da nicht nur im Bereich der Jugendarbeit, sondern in allen Bereichen gekürzt werden muss.

Doch zumindest für das Jahr 2009 steht eines fest: die jetzigen Verträge werden Ende dieses Jahres um ein weiteres Jahr verlängert und bleiben vorerst zu den gleichen Konditionen bestehen. Nächstes Jahr wird es dann heißen: Haben sich die Verträge von 2007 bewährt? Eine Revision und Überarbeitung soll zeigen, was besser gemacht werden kann, aber auch, wo weiter gespart werden kann. Es kommt zu einer Neuberechnung des Bedarfs an Mitteln für die offene Jugendarbeit, doch was diese Gespräche und Revisionen bringen, steht noch in den Sternen. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Konditionen der Jugendarbeit nicht weiter verschlechtern, und es auch weiterhin die Möglichkeit geben wird, Jugendlichen eine Alternative zum eigenen Zuhause oder der Straße zu bieten.
Solltet ihr euch dafür interessieren, wie eine Sitzung des Jugendhilfeausschusses abläuft oder einfach mal gucken wollen, wer und über was hier abgestimmt wird, so gibt es immer die Möglichkeit, sich in eine der Sitzungen hinein zusetzen und einfach mal zuzuhören.

Schließlich geht es hier auch um eure Zukunft und eure Stadt.