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Das Kroch-Hochhaus,
Uni-Verwaltungsgebäude
am Augustusplatz
Foto: by_Uwe-Steinbrich_pixelio.de

Johann Sebastian Bach
war 27 Jahre lang Kantor
und Musikdirektor in Leipzig
Foto: q1stein -
Das Jugendmagazin

Auch das ist Leipzig:
ein buntes Haus
in der Südstadt
Foto: Q1stein-
Das Jugendmagazin
von Sara-Lena Niebaum

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Mein Leipzig lob’ ich mir!
Soziologie studieren in „LE“
Es war immer klar: Nach dem Abi
wird sich viel ändern, da geht's raus in die große, weite Welt! Ein
Auslandsjahr kam für mich nicht in Frage, studieren hingegen schon. Aber was
und vor allem wo? Nach einigem Überlegen, einer gewissen
Selbstfindungsphase, wusste ich dann doch, was es sein sollte: Soziologie.
Natürlich bieten diesen Studiengang viele Unis an und primär ging es doch
darum, einen Studienplatz zu finden. Der Ort spielte für mich keine Rolle.
Nachdem die Bewerbungen dann abgeschickt waren, hieß es zu warten und zu
hoffen. Dann die ersten Zusagen. Ab diesem Moment kam aber noch eine zweite
Variable ins Spiel: Die Stadt, wo ich studieren würde. Natürlich kann man
nicht in alle Städte fahren und dann entscheiden, wo die Reise letztendlich
hingeht. Deswegen entschied ich mich dann für die Uni, die genau den
Studiengang anbietet, den ich haben wollte, denn fachspezifisch und
lehrmethodisch gibt es zwischen den einzelnen Hochschulen große
Unterschiede. Und dann stand fest: Leipzig soll es ein!
Als ich meinen Freunden dann im August erzählte, dass ich zukünftig 450 km
entfernt wohnen würde, kam zunächst große Skepsis auf. Sätze wie: „Du willst
wirklich in den Osten?“, oder „Fang dann aber bitte nicht an zu sächseln,
wenn du wiederkommst!“ waren an der Tagesordnung. Anfangs rief das natürlich
Schmunzeln hervor, denn der Dialekt, den man von Medienprodukten wie dem „Sachsenpaule“,
oder auch Stefan Raabs „Maschendrahtzaun“ kennt, war nicht unbedingt mit
Sympathie oder gar Attraktivität behaftet. Aber wieso sprechen so viele
Leute noch vom „Osten“? Weder meine Freunde noch ich können doch wirklich
beurteilen, wie das damals war, als Deutschland nicht Eins war. Mir wurde
auch klar, dass ich selbst über diese Vergangenheit bei meiner Entscheidung
gar nicht nachgedacht hatte, es war für mich nicht relevant gewesen.
Jetzt, da ich etwas mehr als zwei Monate hier wohne, ist auch klar geworden,
dass ich darüber gar nicht hätte nachdenken müssen. Leipzig ist eine richtig
aufregende Stadt! Nicht zuletzt weil auf 500.000 Einwohner etwa 40.000
Studenten kommen. Das hat nämlich zur Folge, dass hier einfach jeden Abend
was los ist. Von Montag bis Sonntag (24/7 quasi) kann man hier auf
Studentenpartys, oder in sämtliche Clubs gehen. Es ist wirklich für jeden
was dabei, egal welcher Geschmack. Man muss sich einfach nur ein bisschen
auskennen, aber das, so denke ich, ist doch in jeder Stadt so.
Auch die zuvor oft angesprochene Sprachbarriere ist kein Hindernis, nette
Leute kennen zu lernen, denn die Leipziger sächseln nicht so extrem, wie
gedacht, oder gar wie in Dresden. Die Lebensqualität ist hier genauso hoch,
wie in anderen Städten. Und ein zusätzlicher Vorteil sind die
studentenfreundlichen Preise in Bars, Clubs oder auch bei Mietwohnungen (50
Quadratmeter kann man hier wirklich schon ab 180 Euro warm finden, und es
gibt natürlich ganz viele WGs, die Zuwachs suchen). Jeder kann hier sein
ganz persönliches, schönes Leben aufbauen, in dem, gerade für Studenten
meist relevant, Partys und Kontakte nicht zu kurz kommen.
Und so komme ich zu dem Fazit: Ich bereue es nicht, den Schritt gewagt zu
haben, weit von zuhause weg zu gehen, einen Mentalitätswechsel in Kauf zu
nehmen und ein neues, selbst bestimmtes Leben zu beginnen und zwar hier in
Leipzig! Denn es stimmt, was schon Goethe in seinem Faust einen Studenten
feststellen lässt: „Mein Leipzig lob ich mir! Es ist ein klein Paris und
bildet seine Leute.“
Bis bald - eure Lena…
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