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Der Nikolaus auf dem Fensterbrett ...
Foto: Alina Willems

Heutzutage ist Weihnachten
und das Weihnachtsfest
oft genug zum reinen Kommers verkommen
Foto:by_Tom-Leddin_pixelio.de
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Weihnachten heute...
Es weihnachtet sehr.
Was bedeutet das?
Wer denkt darüber noch nach?
Um genau zu definieren, was
Weihnachten heute bedeutet, wie Weihnachten heute gefeiert wird, sollten
wir, denke ich, zunächst dem eigentlichen Weihnachten auf die Schliche
kommen.
Ist es nicht so, dass Weihnachten ein kirchliches Fest ist. Ja, wie kann das
denn? In der heutigen Zeit, in der die meisten Menschen keine Zeit mehr
haben für Kirche, Gott und Glauben, da soll Weihnachten einen derart hohen
Stellenwert haben?
Weihnachten ist das Fest der Geburt Jesu Christi und mit Ostern und
Pfingsten eines der drei Hauptfeste des Kirchenjahres. Ein hoher Feiertag
also, ein doppelter Feiertag sogar, rechnet man den ersten und zweiten
Weihnachtstag. Und zuvor noch Heiligabend. Ein Fest, das gefeiert wurde,
weil die Menschen sich freuten, über viele Jahrhunderte hinweg. Irgendwann
in den Anfängen wurde es ein Fest des gegenseitigen Beschenkens, der
Bescherung. Weil man damit seine Freude über die Geburt Christi ausdrücken
wollte. Und das Christkind brachte ja schließlich auch die Geschenke - und
bringt sie immer noch.
Nur - ist es nicht so, dass das Christkind mittlerweile völlig überarbeitet
ist? Brachte es in früheren Jahren den beiden Kindern eine Puppe und eine
Holzeisenbahn, dem Vater ein Paar warme Socken und der Mutter eine neue
Tasche, ist doch zwischenzeitlich für eben diese vierköpfige Familie eine
doppelte Fahrt mit dem Christkind-Schlitten zum Einkaufszentrum und zurück
nötig. Von den Leckereien einmal ganz abgesehen.
Wenn in der Vorweihnachtszeit früher das Abendrot leuchtete, hieß es „In der
Backstube vom Christkind wird fleißig gearbeitet.“ Heute stehen in den
Lebensmittelmärkten bereits ab Mitte September alle möglichen
Weihnachtsgebäcke in den Regalen. Vom Christstollen über die gebrannten
Mandeln bis hin zum Adventskalender ist der gesamte Weihnachtsartikelmarkt
ab September pünktlich zur Stelle.
Soll nur ja keiner glauben, er käme mit Sparmaßnahmen über den
Jahreswechsel. Niemals - die Werbeindustrie drischt fröhlich auf die
Konsumenten ein, und zwar so lange, bis jeder, aber auch wirklich jeder,
seinen letzten Cent für immer mehr und immer größere und natürlich auch
immer teurere Geschenke ausgegeben hat.
Weihnachten heute, das ist Weihnachtsmarkt in allen Dörfern,
Weihnachtssonderangebote und Schnäppchenpreise. - Der Weihnachtsmarkt mit
seinen leckeren Düften, seinen Weihnachtsliedern und seiner Gemütlichkeit -
vielleicht erinnert er noch am ehesten an „die guten alten Zeiten“.
Jedoch der Weihnachtsmarkt mit seiner marktschreierisch lauten Atmosphäre,
dem Glühweinstand am Rande der Besinnungslosigkeit und der Eislaufbahn, aus
deren Lautsprecherboxen gnadenlos der „Anton aus Tirol“ dröhnt, hat schon
nichts mehr mit dem ursprünglichen Weihnachtsgedanken zu tun.
Im trauten Heim zeigt sich dann auch ein ähnliches Bild. Wenn überhaupt,
wird vielleicht gerade mal ein Weihnachtslied vor dem Christbaum gesungen,
dann machen sich alle über die Geschenke her. Gut, manche Familien besuchen
den Weihnachtsgottesdienst am Heiligen Abend. Viel mehr an Besinnlichkeit
taucht nicht mehr auf während der Feiertage, denn anschließend wird die
große Runde durch die Familie gemacht. Am ersten Feiertag geht's zur Oma
oder den Eltern, am zweiten Feiertag werden die Cousinen und Tanten
erwartet.
Oder man fährt in Wintersport - bietet sich ja an wegen der freien Tage.
Weihnachten heute - kann es nicht wieder ein bisschen ruhiger,
besinnlicher und friedlicher werden?
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