No. 5  
 

 


Das Magazin & Online



Das Bauchnabelpiercing
ist eher ein Schmuck für Frauen
und gehört zu den weniger
gefährlichen Piercings
Foto: N.M._pixelio.de


Das Zungenpiercing heilt
relativ schnell.
Doch sollten man in den ersten
Wochen nicht alles essen.
Foto:SuicideSusi_pixelio.de


Ganz schön sexy ...
Foto: Maja-Dumat_pixelio.de


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von Sara-Lena Niebaum


Weil doch das Fest ...

... naja, da hab ich mir gedacht,
ich wünsch mir jetzt ein Piercing,
weil, ja eben, weil meine Freundin
eins hat - ok, ok, die ist schon 19 -
und weil ganz viele andere Kids
so’n Piecing haben, will ich jetzt auch eins.
Ach ja, eins noch, ich bin erst vierzehn
und meine Eltern wollen nicht, dass
ich mir an meinem Penis so
einen Metallring basteln lasse ...“

Sogar Playboy-Bunny Shelley sagt:
„Entferne alle Piercings an deinem
Körper, die NICHT in den Ohren sind“
Und wenn die das schon sagt ...

Und auch der berühmte Dr. Sommer,
 ihr wisst schon, der aus der Bravo,
weiß hier Bescheid: „Lässt du dich tätowieren
oder piercen, achte auf die Hygieneumstände
deines Tattoo/Piercingstudios!“
Aber hallo, darauf musste
man erst mal kommen ...


 

Tattoos und Piercings
Mehr als nur Lebenslange Accessoires
(Teil 2: Piercings)

Körperschmuck gilt schon lange nicht mehr als Tabu in der Gesellschaft und in den letzten Jahren wurden die Möglichkeiten in dieser Branche stark ausgebaut. Das beruht natürlich auf der steigenden Nachfrage, denn die Hemmschwelle, sich piercen zu lassen, ist stetig gesunken.

Wo früher noch der einfache Ohrring für einen Mann als unpassend angesehen wurde, ist es heute üblich, dass Männer und Frauen Piercings in der Zunge, der Nase, im Ohr, über und unter der Lippe, oder auch im Intimbereich haben: An jeder Körperstelle ist es möglich, ein Piercing zu tragen! Und ähnlich wie bei Tattoos ist es auch hier schwer geworden, jemanden wegen eines Piercings einem bestimmten sozialen Umfeld zuzuordnen oder ihm einen bestimmten Lebensstil zu unterstellen. Heute geht es bei Piercings eher um Neigungen, Geschmack, aber auch um Mode.

Die verschiedenen Piercingstellen
Das Bauchnabel-Piercing galt lange Zeit als „in“ und fand deshalb schnell großen Anklang. Es wird oberhalb des Bauchnabels gestochen. Heute gibt es sehr viele verschiedene Designmöglichkeiten für diese Piercingart: Anhänger in Herzchen-, Schmetterlings-, Blumenform (u.v.m.) in allen Farbvariationen können eingesetzt und mittlerweile nicht mehr nur in Piercingshops gekauft werden. Allerdings gilt das Bauchnabel-Piercing eher als Piercing für Frauen.

Ebenfalls großer Beliebtheit können sich Lippen-Piercings erfreuen. Das Madonna-Piercing sitzt oberhalb der Lippe und soll an einen Schönheitsfleck erinnern. Mit dem Medusa-Piercing ist der Schmuck oberhalb der Lippe, in der Mitte, direkt unter der Nase gemeint. Piercings unterhalb der Lippe heißen Labret-Piercing, wobei beim „Labret vertikal“ der Stab durch die Lippe gestochen wird, sodass man beide Kugeln sehen kann. Bei den Labrets werden ansonsten entweder Piercings mit Platte oder Ringe eingesetzt. Bei den Piercings unter der Lippe ist es beliebt geworden, sich ein Piercing an jeder Seite stechen zu lassen, oder zwei nebeneinander.

Ein weiteres Gesichtspiercing ist das Cheek-Piercing. Es wird durch die Wange gestochen, was von einem erfahrenen Piercer gemacht werden sollte, da wichtige Nerven und Arterien verletzt werden könnten. Es kann stark und lange anschwellen.
Auch am Ohr gibt es viele Möglichkeiten ein Piercing zu tragen. Das Helix-Piercing ist sehr beliebt. Es wird durch den äußeren Knorpelrand des Ohrs gestochen, sitzt folglich oben am Ohr. Das gleiche gilt für das Industrial, welches aus zwei Helix besteht, die durch einen Stab verbunden sind. Das Rook-Piercing ist quasi wie ein tiefer gesetztes Helix zu verstehen, da es in die untere Knorpelfalte des Ohrs eingesetzt wird. Es braucht grundsätzlich auch eine längere Abheilzeit. Das Lobe ähnelt einem simplen Ohrring.

Intimpiercings
Intimpiercings werden immer häufiger gestochen. Vor allem ist das interessant, da die Auswahl dieser Stelle natürlich auch eine gewisse Lockerung in der Gesellschaft ausdrückt. Generell sind sexuelle Praktiken und Vorlieben zu einem offenen Thema geworden und auch Intimschmuck ist nichts, wofür man sich heute schämen muss. Im Gegenteil: Es sind Piercings, die man nicht sofort sieht, die also folglich auch keine Behinderung im Arbeitsalltag darstellen. Gerade bei Männern gibt es viele Stellen, die gepierct werden können.

Das Prinz-Albert-Piercing ist eher unkompliziert und verläuft entlang der Harnröhre. Es tritt am Vorhautbändchen wieder aus. Schmerzhaft ist das Dydoe-Piercing, das durch den Eichelkranz gestochen wird. Piercings am Hodensack werden Hafadas genannt. Durch die stärkere Reibung ist die Abheilung schwieriger.
Ein Piercing, das meistens unter lokaler Betäubung gestochen wird, ist das Ampallang. Es führt quer durch die Eichel und ist deswegen eher schmerzhaft. Allerdings: Es soll eine anregende und stimulierende Wirkung für beide Geschlechtspartner während des Verkehrs haben.

Bei Frauen ist es etwas schwieriger ein Intimpiercing zu stechen, da viele Nerven in diesem Bereich liegen und die Hygienebedingungen bei Frauen schwer einzuhalten sind. Bei einem Piercing durch die Klitorisvorhaut ist zu unterscheiden zwischen vertikal und horizontal. Beim vertikalen wird also hochkant gestochen, beim horizontalen längs. Es werden entweder Ringe oder Barbells, also Stäbe mit Kugeln an beiden Enden, eingesetzt. Auch diese Art von Piercing soll sexuell stimulierend wirken, was aber nur zutrifft, wenn das Piercing richtig gestochen wurde, die Pflegeanweisungen beachtet werden und der Schmuck passend ist.

Generell ist wichtig: Egal, welches Piercing du dir stechen lassen möchtest, überlege vorher genau, welche Stelle adäquat ist und sei dir, wie bei einem Tattoo, darüber im Klaren, welche Wirkung diese Entscheidung für dein Leben im öffentlichen Bereich (Arbeit) hat. Bei der Wahl des Studios ist unbedingt auf Hygiene zu achten und speziell bei Intimpiercings sollte der Piercer einige Erfahrung vorweisen können, denn gerade in diesem Körperbereich, sowie im Gesicht, hat ein Fehler, eine Verletzung schwerwiegende Folgen.

Die Abheilzeiten und die Pflege
Wie lange der Körper braucht, um sich an ein Piercing zu „gewöhnen“ hängt von der Stelle ab. Für den Körper ist ein Piercing zunächst eine Verletzung und um den Stechkanal in der Haut muss sich erstmal eine Hautschicht bilden, damit das Piercing sich frei bewegen kann. Dazu ist es wichtig, dass das neue Piercing, was zu Anfang meist ein längerer (Plastik-)Stab ist, gedreht wird, damit sich das Gewebe nicht an dem Piercing selbst bildet. Ringe können dann erst nach der Abheilzeit eingesetzt werden, wenn der Kanal etwas dehnbarer geworden ist.

Zu den ungefähren Abheilzeiten einiger Piercings:
Ohrpiercings: 2 - 6 Wochen, oder 3 - 4 Monate; dabei kommt es auf die Technik (piercen, stechen, punchen) und auf die direkte oder komplette Abheilzeit an.
Labret/Madonna: 4 - 8 Wochen; zusätzlich sollten säurehaltige Speisen und das Rauchen vermieden werden.
Brustwarzenpiercing: 2 - 6 Monate; Achtung: durch das sehr feine und sensible Gewebe (gerade bei Frauen) kann der Kanal bei längerer Herausnahme schnell zuwachsen.
Nasenpiercing: ca. 4 Wochen
Bauchnabel: 3 - 6 Monate
Intimbereich (weiblich):
4 - 6 Wochen
Intimbereich (männlich): sehr unterschiedlich, kann im Wochenbereich liegen (Hafada: 6 - 8 Wochen) oder es dauert Monate (Ampallang: 5 - 7 Monate).
Die Pflege beläuft sich auf das tägliche Säubern des Piercings. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Hände, die mit dem Piercing umgehen, auch sauber und steril sind, damit nicht unnötig Dreck in den Kanal gerät. Dazu eignet sich Wund-Desinfektionsspray. Es ist nicht zu empfehlen, mit Seife zu reinigen, denn in den meisten Seifen sind parfümhaltige Substanzen, die eher kontraproduktiv wirken.
Wenn sich an einem Piercing Blut- und Wundsekretreste absetzten, gerade an der äußeren Haut um den Stechkanal, sollten diese aufgeweicht und dann vorsichtig (z.B. mit einem Wattestäbchen) entfernt werden.
Jede gute und konstant durchgeführte Pflege kann später unangenehme Entzündungen vermeiden!

Das Fazit
Ein Piercing ist heute als (relativ) „normal“ zu betrachten. Im Gegensatz zu einem Tattoo ist es austauschbar, herausnehmbar und veränderbar! Für Piercingträger gibt es sehr viele Möglichkeiten, den Schmuck zu gestalten, denn man kann zwischen Barbell und Ring wählen und zusätzlich entscheiden, welche Farbe, Form und welches Muster der Schmuck haben soll - Individueller geht's kaum! Oder?
Wichtig zu wissen: Das Entfernen eines Piercings ist zwar einfach, dennoch bleiben kleine Narben (hängt, wie immer, von der Körperstelle ab).
„Schönheit liegt im Auge des Betrachters“ und gerade bei Körperschmuck dieser Art sollte der sich wohl fühlen, der ihn trägt!

(Anmerkung: Die Angaben in dem Artikel wurden aus privaten Informationen zusammen getragen und beanspruchen keine absolute Allgemeingültigkeit.)