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Foto: Q1stein - Das Jugendmagazi
Keine Macht den Drogen |
Drogenbeauftragter mit 79 Und natürlich ist das auch der Grund dafür, warum so wenig Erwachsene trinken und rauchen... HA HA! Das scheint sich auch das Mehrgenerationenhaus in Bergisch Gladbach gedacht zu haben und hat seit neustem einen eigenen Präventions-Beauftragten. Aha, ist ja erstmal nix neues... Aber keine Angst, es ist kein super-duper motivierter total junger Sozialarbeiter, der versucht, das in Workshops gewonnene Wissen an euch auszuprobieren. Der neue Mitarbeiter im Q1 Jugend-Kulturzentrum des Mehrgenerationenhauses in Bergisch Gladbach ist um einiges cooler. Mit seinen 79 Jahren sind wahrscheinlich selbst seine Enkel schon älter als manch einer unter euch. Ganz ehrlich, auch ich war am Anfang etwas skeptisch. Was soll so ein „Opa“ uns Jugendlichen denn bitte erzählen?? Aber nachdem ich ihn kennen gelernt habe, kann ich nur sagen: Respekt! Horst ist nicht nur fit wie ein Turnschuh, sondern hat auch viele Ideen für spannende Projekte, die er im Q1 Jugend-Kulturzentrum des Mehrgenerationenhauses verwirklichen möchte. Erstmal gilt zu sagen, dass er unglaublich viel Erfahrung im Bereich Jugendarbeit und Drogen mitbringt. Dabei will er keine Therapien oder Stuhlkreise für den Seelenfrieden anbieten. Nein, er baut auf sinnvolle Freizeitgestaltung für Jugendliche. Das ist ja schon mal ne gute Idee. Aber wie? Als kleines Beispiel hat Horst etwa 30 Jahre lang als Jugendleiter in einem Jugendhaus in Essen gearbeitet. Hier war der Kontakt zu Jugendlichen, die mit Drogen zu tun hatten oft unausweichlich. Aber statt die Leute weg zu schicken, gab es hier jede Woche eine Disco oder Konzerte. Von Jugendlichen für Jugendliche. Denn eigentlich wissen wir doch immer noch am besten, was uns gefällt. Und hier fühlten sich dann auch die Kids geborgen, die vielleicht auf der Straße nur als Junkies angemacht wurden. Eine weitere Aktion war ein Antidrogenfrühstück, welches Horst ein Mal die Woche betreut hat. Hier konnte jeder hinkommen, egal mit was für Problemen. Unter Mithilfe von Betroffenen oder Therapeuten konnte hier Hilfe gesucht werden - oder auch einfach gefrühstückt und gequatscht werden. Okay, so viel zur Vergangenheit unseres Horst. Aber was hat er in Gladbach vor, was sind seine Pläne? Auch wenn Horst erst seit einigen Monaten im Q1 aktiv ist, hat er sich schon einiges an Projekten überlegt. Wichtig ist natürlich erst mal, auf sich aufmerksam zu machen. Das funktioniert in seinem Fall nicht etwa mit langweiligen schwarz-weiß Flyern. „Viele der Plakate sind sowieso veraltet, die wirken zu trocken. Die lesen höchstens Eltern“ ist Horst´s Meinung. Er entwickelt eigene Plakate und Flyer. Und Leute, die sind nichts für alle mit schwachem Magen. Fiese Hautkrankheiten, Pickel und ja auch mal kleine Penisse. Alles was von Drogen und übermäßigen Alkoholkonsum direkt ausgelöst werden kann eben. Genau das findet bei Horst seinen Weg aufs Papier. Es geht also nicht darum, dass ihr in 30 Jahren tot seid, weil ihr so viel gesoffen habt. Eher darum, dass ihr dann am nächsten Morgen ´nen Haufen Pickel im Gesicht oder gelbliche Augen habt. Ein bisschen Spaß muss natürlich auch sein. Deshalb arbeitet er momentan auch an einem Heft, dass durch lustige und auffällige Karikaturen über Alkohol und Drogenkonsum aufklären soll. Am coolsten ist aber eigentlich, dass Horst nicht nur der mit Abstand älteste Mitarbeiter hier ist, sondern auch der wohl älteste aktive Blues-Musiker Deutschlands. Seit 1945 macht er Musik. Dieses Talent macht er sich natürlich auch bei seinem Job zu nutzen. Als „Howlin´ Horst“ macht er seit einiger Zeit die Bühnen unsicher und hat auch schon Songs zum Thema Drogen geschrieben. Diese Songs sollen jetzt wieder zum Einsatz kommen, Das heißt, er plant in Zusammenarbeit mit einem lokalen Journalisten ein Theaterstück / Musical zu schreiben. Hier wird natürlich noch Mithilfe benötigt, solltet ihr also noch unentdeckte Sänger, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner oder was euch sonst noch so einfällt sein. Macht mit! Nochmal kurz die Fakten: Horst ist immer freitags von 16 bis 22 Uhr im Q1, hier könnt ihr ihn mal anquatschen. Ansonsten erreicht ihr ihn auch prima per Mail unter howlinhorst@aol.com. Oder ihr ruft einfach im Q1 unter 02202-32820 an und hinterlasst eine Nachricht für ihn. Also, ganz ehrlich. Wenn ihr
das nächste Mal in Gladbach durch den Park geht und denkt „boa Kacke, so
will ich nicht enden“ oder merkt, dass das ganze „bla bla“ von wegen „Drogen
sind schlecht in der Schule“ bei einigen wohl nicht wirklich was gebracht
hat, dann überlegt doch mal, ob ihr nicht Lust hättet, an so einem Projekt
teilzunehmen. |
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