No. 7  



Das Magazin & Online


von Nicole Mrziglod


Mehrgenerationenhaus - auch für Kids


Regisseur im Projekt,
Aydin Isik vom
Arkadas-Theater in Köln Foto: privat


Migrantenkinder proben gemeinsam ein Theaterstück

Fotos:  Q1stein - das Jugendmagazin


 

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„Mehr“, „Generationen“ und „Haus“
Mehrgenerationenhaus - was ist das?



„Mehr“, „Generationen“ und „Haus“ ergibt zusammengefügt: Mehrgenerationenhaus. Logisch. „Aber Moment mal, ist das unbedingt so logisch? Passt das zusammen? Was soll das denn sein?“ Ein Haus, in dem mehrere Generationen zusammenleben?? Ehhm, wahrscheinlich eher nicht. Ein Haus, das schon seit mehreren Generationen steht oder irgendwem gehört oder wie oder was? Klingt erstmal alles komisch. Ehrlich gesagt würde es auch nicht unbedingt Sinn machen, dazu einen Artikel zu schreiben. Nein, in dieser Ausgabe wollen wir euch das so genannte Mehrgenerationenhaus vorstellen. Als erstes: das so genannte „Haus“ ist kein Haus, was irgendwo in der Gegend herumsteht. Es handelt sich eher um ein Konzept bzw. eine Einrichtung, die verschiedene Aktionen und Angebote bietet. Hauptziel ist es hierbei, Menschen nicht nur unterschiedlicher Generationen, sondern auch verschiedener kultureller sowie religiöser Hintergründe zusammen zu bringen und zu integrieren. Das kann auf verschiedenste Art und Weise geschehen.

Zum Beispiel haltet ihr ein Produkt dieses Projektes gerade in der Hand: Unsere Jugendzeitung. Aber genauso stehen Feste, Seniorengruppen, Sprachförderung für Migranten, Konzerte, verschiedene Beratungen oder Spieleverleih und Spielgruppen für die ganz Kleinen auf dem Programm. Geleitet wird das MGH seit Anfang 2010 von Andreas Kiriakidis, der sich vor allem darum kümmert, dass die verschiedenen Angebote koordiniert und organisiert werden. Falls ihr also irgendwelche Fragen zu einem der Projekte habt oder gerne mitwirken würdet, meldet ihr euch am besten bei ihm. Damit ihr euch ein bisschen was unter den verschiedenen Projekten und Aktionen des Mehrgenerationenhauses vorstellen könnt, haben wir euch exemplarisch zwei Sachen heraus- gesucht, von denen wir meinen, dass sie vor allem uns Jugendliche interessieren.

Als erstes stellen wir euch kurz den politischen Club vor. Der politische Club ist eine Art offene Diskussionsrunde, an der jeder teilnehmen kann. Egal ob jung oder alt, groß oder klein. Hier könnt ihr eure Meinung zu bestimmten Themen loswerden und erfahren, was genau andere davon halten. Damit hier nicht alles drunter und drüber geht, gibt es einen Moderator, der das Ganze ein wenig anleitet, außerdem gibt es ein paar Regeln. So sollten Monologe, Propaganda und Beschimpfungen draußen bleiben. Seit neustem gibt es hier außerdem eine Zusammenarbeit mit der VHS (Volkshochschule). So werden zu den verschiedenen Themengebieten Experten eingeladen, um die Diskussion interessanter und lebhafter zu gestalten. Hierbei werden entweder aktuelle tagespolitische Themen besprochen, oder bestimmte Themen vorgegeben. Generell gilt: Der erste Montag im Monat ist politischer-Club-Montag. Der nächste Termin für den politischen Club ist also der nächste Montag, 8. November. Hier wird der politische Club im Q1 Jugendkulturzentrum von 17 Uhr bis 18.30 Uhr stattfinden.

Besonders interessant dürfte der darauf folgende Termin werden (13.Dezember, 17 Uhr), denn dann wird der ehemalige Oberst Herr Nolte eingeladen sein. Er hat sich viel mit dem Thema Rechtsextremismus und den Propagandabemühungen von rechtsextremen Gruppierungen beschäftigt. Er wird die Vorgehensweise von Neonazis insbesondere im Hinblick auf die Rekrutierung neuer Mitglieder und die versteckte Darstellung von „Rechtsextremismus im Internet“ beschreiben und mit euch diskutieren. Also kommt vorbei!

Sollte das Diskutieren nicht unbedingt zu euren Stärken gehören, dann gibt es noch ein anderes Projekt, das wir euch vorstellen möchten, und an dem ihr gerne teilnehmen könnt. Es geht um ein multikulturelles Theaterprojekt für alle von neun bis 17 Jahren. Das Projekt soll in Zusammenarbeit mit der Schule am Ahornweg und deren internationale Klasse, Jugendlichen der lokalen Moschee-Gemeinde und natürlich euch stattfinden. Etwa 15 bis 20 Jugendliche werden in einem Zeitraum von sieben Monaten ein Stück gemeinsam aussuchen und danach vom Text bis zur Aufführung alles auf die Beine stellen. Unterstützung bekommt die Gruppe von erfahrenen Theaterleuten. Die Regie wird vom Theaterschauspieler Aydin Isik übernommen, der selber im „Arkadas“ Migranten-Theater in Köln arbeitet und auch eine kleine Einführung in seine Welt geben wird. Außerdem wird es auch einen Trainer für schauspielerische Techniken und Körpersprache etc. geben. Ein weiterer Teil der Workshops besteht in der auf das Theaterstück bezogenen Sprachförderung durch eine Deutschlehrerin. So können Jugendliche, die noch Probleme mit der deutschen Sprache haben, ideal in das Theaterstück eingebunden werden.

Aber die ganze harte Arbeit muss natürlich auch belohnt werden. So ist als Abschluss eine große Premierenfeier inklusive Aufführung und Rahmenprogramm geplant. Hier soll das erlernte Stück zum ersten Mal aufgeführt werden. Natürlich wird es dann später auch an anderen Orten wie z.B. im Bergischen Löwen, einer Moschee, dem Rathaus oder weiteren Aufführungsorten gezeigt werden.

Klingt doch alles sehr verlockend, oder? Solltet ihr jetzt Interesse daran haben, selber an dem Projekt teilzunehmen oder insgeheim ein begeisterter Theaterschauspieler, Bühnenbildner oder Kostüm-Designer in euch stecken, dann meldet euch am besten mal bei Andreas Kiriakidis unter Tel. 02202-253908.