No. 7  



Das Magazin & Online


 

von Roland Jodin
ehemaliger Praktikant beim KStA











Fotos:
Q1stein - Das Jugendmagazin

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„Wir müssen was tun“
Heiße Diskussion um die Schließung von Jugendzentren


Im Saal des Q 1 wurde heftig diskutiert: Rund 100 Jugendliche folgten der Einladung der Bergisch Gladbacher Jugendzentren und des „Kölner Stadt-Anzeiger“, um über die drohenden Schließungen der Einrichtungen zu diskutieren. Bergisch Gladbach - „Wir wissen jetzt, dass alle Jugendlichen an einem Strang ziehen“, fasste Olga Fedtchenko das Ergebnis der Diskussion zusammen.

Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte zusammen mit den Jugendeinrichtungen der Stadt im „Q1“ zur zweiten Diskussionsrunde der Reihe „juGendLich“ eingeladen. „Eigentlich war für heute das Thema Schule und Ausbildung geplant. Aber da die sieben Jugendzentren von Kürzungen oder Schließung bedroht sind, sollt ihr als Betroffene zu Wort kommen und eure Meinung sagen“, erklärte Moderatorin Jutta Eileen Radix, Redakteurin des „Kölner Stadt-Anzeiger“, zur Einleitung.

Knapp 100 Jugendliche wollten mitdiskutieren, allein elf Mädchen und Jungen bildeten das Podium. Sie eröffneten die Debatte mit ihren Argumenten für den Erhalt ihrer Jugendeinrichtungen: „Im Jugendzentrum kann ich meine Hobbys besser ausüben, und - im Vergleich zu einer Schule mit Nachmittagsangebot - kann ich hier Freunde treffen, die auf anderen Schulen sind“, sagte Olga Boll. „Zuhause habe ich nicht so viele Möglichkeiten wie hier“, meinte Vanessa Wower. Der 14-jährige Paolo Cucciara erzählte, dass er im Krea Jugendclub zwei Betreuer kennt, die ihm „bei allem helfen, auch bei den Hausaufgaben“. Insgesamt sind es die Freizeitangebote, die ungezwungene Hilfe der Jugendarbeiter und das Treffen mit Freunden, die die Einrichtungen für Jugendliche essenziell machen. „Manche Probleme möchte man weder mit den Eltern noch mit Lehrern bereden. Im Juze kann ich frei über alles sprechen“, meinte Jessica Flintrop.

Im Laufe der Diskussion beschrieben viele im Saal des Q 1, dass die Bindung an „ihr“ Zentrum oft zehn Jahre oder länger hält. „Unter 18 ist man in Diskos und Kneipen nicht gern gesehen. Das Juze ist da die ideale Lösung, und die Eltern sind beruhigt“, so Ricarda Sowa, „Später, wenn alle arbeiten oder studieren, trifft man dort die alten Freunde.“

Zurzeit sei die Stimmung in den Jugendeinrichtungen bedrückend, berichteten die Anwesenden. Eine Lösung, wie die 150.000 Euro, die in der offenen Kinder- und Jugendarbeit fehlen, aufgetrieben werden können, hatten allerdings auch die Betroffenen nicht. „Private Investoren geben nur einmal Geld, wir brauchen Kontinuität.“ Thomas Nötzel setzte auf einen Austausch mit der Politik.

Die Hoffnung, bei der Politik etwas zu bewirken, war allerdings bei den meisten im Saal sehr gering, so dass die Moderatorin am Ende der Diskussion die Gefühle der Jugendlichen als „Mischung aus Wut und Resignation“ zusammenfasste und Zustimmung erntete. Doch die Jugendlichen wollen nicht in Resignation verharren: Nach den Herbstferien, vor der entscheidenden Sitzung des Stadtrates, soll weiter diskutiert werden - diesmal aber sollen die Politiker mitreden. Für das „Zak“ kämpft eine Bürgerinitiative aus Bockenberg.

„Ich finde es unglaublich. Gerade dort ist Jugendarbeit dringend“, erklärt Zak-Leiterin Mareike Boljahn.