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Von Nicole Mrziglod

Foto: privat
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Kürzungen im Jugendbereich
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Was passiert, wenn das Geld fehlt?
Alles was mit dem Thema
Jugendliche zu tun hat, interessiert uns besonders. Hierzu gehören natürlich
auch die Jugendzentren sowie deren Zukunft. Nachdem das Thema „Kürzungen im
Jugendbereich“ im letzten Jahr heiß diskutiert wurde und man eigentlich
weder in der Presse noch sonst irgendwo drum herumkam, scheint das Thema in
diesem Jahr an Spannung verloren zu haben. Aber was hat sich in dieser Zeit
getan? Denn: Das Geld fehlt und muss auch eingespart werden. Was genau wurde
im Endeffekt entschieden und vor allem:
Was hat sich jetzt praktisch für uns Jugendliche verändert? Oder besser
gesagt: Was genau wird sich noch ändern? Ich glaube viele von euch haben
vielleicht auch gar nicht gemerkt, dass sich einiges getan hat. Anderen sind
die Kürzungen direkt aufgefallen, aber um etwas genauer herauszufinden, was,
wie und vor allem wo etwas passiert ist, hat die Redaktion in den letzten
Wochen einige der Leiter der Jugendzentren kontaktiert.
Nochmal zur Erinnerung: Im Juni 2010 kam die Nachricht, dass angesichts des
Nothaushaltes 150.000 Euro pro Jahr im Jugendbereich eingespart werden
müssten. Die Stadt legte ein Konzept vor, nachdem drei zentrale
Jugendeinrichtungen in Bergisch Gladbach erhalten bleiben sollten, die
übrigen sollten nicht mehr über die offene Kinder und Jugendarbeit gefördert
werden. Im Gegenzug sollte mit den Trägern eine Neukonzeption der
Ganztagsschulbetreuung entwickelt werden. Nach diesem Vorschlag hätten das
FrESch in Schildgen, das Cross in Gronau mit der Außenstelle im Hermann Löns
Viertel, das Café Leichtsinn in der Stadtmitte mit der Außenstelle in
Herkenrath und der Jugendtreff in Bockenberg keine Zukunft gehabt. Das UFO
in Bensberg und das Q1 in Bergisch Gladbach hingegen hätten noch jeweils 1,5
Stellen dazu bekommen.
Es entbrannten bei den Trägern Diskussionen darum, wie sinnvoll dieses
Konzept sei. Reicht es drei zentrale, große Jugendzentren in Bergisch
Gladbach zu haben? Was sollte aus den Mitarbeitern der zu schließenden
Zentren werden und würden die Jugendlichen wirklich die drei verbleibenden
Zentren mehr nutzen?
All diese Diskussionen führten schließlich dazu, dass sich die Träger der
verschiedenen Einrichtungen zusammensetzten, um ein eigenes Konzept zu
entwickeln. Dieses Konzept sieht vor, dass die größeren Einrichtungen erst
einmal auf eine Aufstockung des Personals verzichten, damit die von der
Schließung bedrohten Zentren weiterhin gefördert werden können. Es wurde
also ein neues Finanzierungskonzept entwickelt, durch das alle Standorte
erhalten bleiben konnten.
Für uns Jugendliche heißt das, dass die meisten Einrichtungen erst einmal
erhalten geblieben sind. Trotzdem hat sich auch so einiges verändert. Und
vor allem: Es wird sich auch noch einiges ändern:
Für die nächsten 5 Jahre ist die Finanzierung gesichert, doch danach werden
die Karten neu gemischt.
Hier ein kleiner Überblick dazu, was bis jetzt passiert ist und was uns noch
bevorsteht: (Wir wollen jedoch auch betonen, dass es hier nicht darum geht,
mit irgendjemandem abzurechnen oder Kritik zu üben. Wir haben uns speziell
auf die Einrichtungen für Jugendliche konzentriert und die Außenstellen der
Einrichtungen, die auch sehr viel leisten, nicht im Detail beschrieben, da
es den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, hier alles bis ins kleinste
Detail aufzuschlüsseln. Es soll nichts bewertet werden. Aktuell ist die Lage
folgende:)
Die zwei „zentralen“ Jugendzentren UFO und Q1 haben auf eine Aufstockung
ihrer Stellen erst einmal verzichtet, aber das haben die meisten
Jugendlichen nicht direkt und bewusst zu spüren bekommen, da es hier auch
keine Einsparungen im personellen Bereich gab.
Trotzdem ist das UFO direkt betroffen, da die Gelder für die Außenstelle am
Bockenberg im ZAK in Bensberg weggefallen sind. Daher gibt es seit Januar
2011 keine Angebote der offenen Jugendarbeit mehr am Bockenberg. Ziel ist es
nun, die Jugendlichen ins etwa 10 Minuten Fußweg entfernte UFO zu holen.
Eine Idee ist es, dass die Jugendlichen vom Bockenberg im UFO einen eigenen
Raum nach ihren Ideen gestalten können, um ihn dann auch zu nutzen. Einige
wenige Gelder stehen noch zur Verfügung, um am Bockenberg im ZAK Angebote
für alle unter 14 Jahren anzubieten.
Zudem ist das UFO vor allem für seine Wochenendveranstaltungen wie Partys
und Konzerte bekannt. Aufgrund der Planungsunsicherheit kann das UFO aber
erst im März wieder mit den Wochenendveranstaltungen beginnen
Auch das Q1 in Bergisch Gladbach hat auf die Aufstockung des Personals um
1,5 Stellen verzichtet, bekommt aber ab dem Jahr 2012 Geld für eine halbe
Stelle mehr, für den KREA-Jugendclub in Refrath und dessen Kids ist alles
gleich geblieben.
Stärker betroffen waren hingegen die etwas kleineren Einrichtungen in
Bergisch Gladbach. Eindeutig am schwersten Betroffen ist das Café
Leichtsinn, was in seiner jetzigen Form leider nicht weiter existieren kann,
da es nur noch einen gewissen, geringen Geldbetrag zur Verfügung gestellt
bekommt. Nachdem die Öffnungszeiten in diesem Jahr schon reduziert wurden,
wird es ab dem 1.7. von einem Ehrenamtlerteam übernommen werden, dass zu
diesem Zweck gerade geschult wird, damit das Café nicht ganz geschlossen
werden muss. Vielleicht denkt ihr euch jetzt, dass es ja gar nicht so
schlimm sein kann, weil es trotzdem weitergeht.
Doch vermutlich werden die Öffnungszeiten weiter reduziert werden müssen,
dazu fallen alle Arten von pädagogischen Angeboten und Aktionen weg. Das
Leichtsinn hatte außerdem eine Außenstelle auf dem Schulhof in Herkenrath,
für die die Gelder gestrichen wurden.
Im Cross in Gronau sind die Angebote und Öffnungszeiten für die Jugendlichen
gleich geblieben, doch auch hier ist eine der Außenstellen von den Kürzungen
betroffen. Es gibt im Hermann-Löns-Viertel in der Nähe des Cross einen
Bauwagen sowie eine Wohnung, in der offene Angebote für Kinder und
Jugendliche stattgefunden haben. Diese Angebote werden wahrscheinlich ab dem
Sommer ebenso wegfallen, da die Mittel entzogen wurden. Momentan gibt es
eine Initiative vieler Beteiligter, die versuchen, die Gelder auf anderem
Wege aufzutreiben, damit dieses Projekt eventuell weiterlaufen kann.
Das alte Konzept der „Offenen Kinder- und Jugendarbeit“ der Stadt sah vor,
dass keine der Einrichtungen mit weniger als 1,5 Stellen besetzt sein
sollte. Durch die Kürzungen und im Zuge des Vorschlages der Träger kam es
jedoch im Endeffekt dazu, dass das FrESCH in Schildgen zwar weiterhin
besteht, jedoch ab dem 1. Juli 2011 nur noch 1 Stelle finanziert bekommt.
Die Angebote, sollen für Kinder ab 10 Jahren sein. Nach eigenen Angaben sind
aber momentan gerade die Angebote für Kinder unter 10 im FrESch besonders
beliebt. Ein im Januar neu gegründeter Kreis „Freund und Förderer des
FrESch“versucht nun das Programm alternativ zu finanzieren.
Also: Was hat sich jetzt wirklich geändert? Fakt ist, dass die Verträge erst
ab Juli 2011 greifen, damit werden sich dann auch die weiteren Konsequenzen
zeigen. Fest steht aber auf jeden Fall: Die Jugendzentren bestehen für die
nächsten 5 Jahre weiter, bis dahin gehen die Verträge mit der Stadt. Die
Träger und auch die Mitarbeiter in der öffentlichen Jugendarbeit haben sich
größte Mühe gegeben, zusammenzuarbeiten und eine Lösung zu finden, damit die
angesprochenen Einrichtungen nicht geschlossen werden.
Wir können jetzt nur hoffen, dass es in 5 Jahren nicht wieder von vorne
losgeht, denn uns Jugendlichen hängen unsere Jugendzentren wirklich alle
sehr am Herzen.
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