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Ein Interview von
Nicole Mrziglod
mit Ralf Gottlieb

Foto: privat
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Sport und Gesundheit
Über Pausenbrote, Fastfood und Germanys Next Topmodel
Um einmal etwas genauer über
die Zusammenhänge zwischen Gesundheit, Sport und Essen zu erfahren,
entschloss sich Nicole, den Fitnesslehrer Ralf Gottlieb zu befragen. Hier
das Gespräch:
Hallo Ralf, schön dass du dich dazu bereiterklärt hast, uns ein kleines
Interview zu geben! Du bist sportlicher Leiter im Mediterana Spa & Sports in
Bensberg, erzähl uns doch mal, wie du dazu gekommen bist und was du bis
jetzt so gemacht hast.
Ich war bis zu meinem 30. Lebensjahr Berufssportler (Fussballer) und wusste,
dass wenn die aktive Zeit vorbei sein wird, mein weiteres berufliches Leben
auch mit Sport und Gesundheit zu tun haben sollte. Also habe ich darauf hin
gearbeitet, so dass ich heute Fitness-Fachwirt, Lizensierter Fitnesslehrer,
Trainer für Gesundheit und Wellness, Ernährungsberater uvm. bin. Nach
einigen Jahren als selbstständiger Personaltrainer, bekam ich dann das
Angebot vom Mediterana, die Leitung des Spa & Sportbereiches zu übernehmen,
was ich dann auch direkt angenommen habe. Das ist jetzt bereits ca.5 Jahre
her. In meinem Beruf habe ich die Möglichkeit, Menschen zu helfen, Ziele zu
erreichen, wie z.B. gesünder zu Leben, Schmerzen zu verringern oder gar zu
beseitigen, den Körper zu formen oder sich einfach besser zu fühlen. Und das
macht jeden Tag aufs neue Spaß.
Ernährung ist ein Thema, was vor allem die Mädels immer sehr
interessiert. Aber leider ist vor allem jetzt, wo die 6. Staffel von „Germanys
next Topmodel“ läuft auch wieder der Magerwahn angesagt. Was hältst du
davon?
Die Mädchen sind eigentlich diejenigen, die selbst am wenigsten dafür
können, denn die Gesellschaft drängt die Jugendlichen förmlich in diese
Rolle, die kaum zu erfüllen ist. Die Medien suggerieren, dass nur, wer schön
und stark ist, Erfolg haben wird und da ist eine Sendung wie „Germany’s next
Topmodel“ in jedem Fall negativ zu erwähnen. Und mittlerweile reden wir
nicht nur von den Mädels, sondern immer mehr junge Männer kommen in eine
ähnliche Situation. Das, was bei den Frauen der Magerwahn oder die
Essstörung ist, nennt man bei den Männern Adoniskomplex.
Gibt es bestimmte Strategien, die du empfehlen würdest, wenn das Abnehmen
nötig ist, weil jemand zum Beispiel übergewichtig ist oder sich unwohl
fühlt?
Die beste Kombination ist immer noch seine Ernährung gesund und
bedarfsgerecht zu gestalten und gleichzeitig durch Bewegung (Herzkreislauf-
und Kräftigungstraining) seinen Körper zu trainieren. Bei starkem
Übergewicht (Anmerkung: jedes 5. Kind und jeder 3. Jugendliche hat
Übergewicht), sollte man auf jeden Fall einen Arzt oder einen
Ernährungsexperten hinzuziehen. 4.
Hast du spezielle Ernährungstipps für Jugendliche? Wie oft darf man z.B.
zu Fastfood greifen?
Es kommt natürlich immer auf den Fall im Einzelnen an, aber pauschal könnte
man sagen, dass ab und an mal ein bisschen Fastfood (auch beim Fastfood gibt
es Unterschiede) nicht schadet.
Und falls man doch mal sein Pausenbrot zu Hause vergessen haben sollte?
Die Schokoriegel und Frikadellenbrötchen in der Cafeteriá lachen einen ja
schon an. Was sind gesunde Alternativen oder was ist weniger schädlich?
Also gesunde Alternativen sind natürlich immer die frischen Produkte, wie
z.B. Obst aber auch ein belegtes Vollkornbrötchen mit Käse und Salat ist
gesund und liefert lange Energie. Wenn es dann Fastfood sein muss, würde ich
persönlich einem Döner mit Salat den Vorzug gegenüber anderen Produkten
geben.
Manche Jugendliche trinken vor allem am Wochenende gerne mal viel
Alkohol. Deine Meinung dazu?
Auch hier entscheidet das Maß. Mal ein Bier oder einen Fruchtcocktail hat
noch nie jemanden geschadet, aber das Problem ist einfach, dass es immer
mehr in eine Art Besäufnis endet und das ist auf Dauer für die gesamte
Entwicklung nicht wirklich förderlich.
Wenn man mit der Schule fertig ist und evtl. wegzieht, kann es passieren,
dass viele junge Leute gar keinen Sport mehr treiben. Hättest du vielleicht
ein paar Vorschläge, wie man am besten wieder einsteigt?
Der beste Antriebsmotor ist der Spaß. Zu zweit oder gar in der Gruppe lässt
es sich meist am besten Sport treiben und es bringt einfach mehr Spaß, als
alleine zu trainieren. Also einfach mal mit einer Freundin oder einem Freund
zum Joggen verabreden oder sich in einem örtlichen Fitness-Studio anmelden,
in dem man Gleichaltrige treffen kann, um gemeinsam Sport zu treiben. Ab und
an Schwimmen oder Badminton spielen gehen, ist in jedem Fall ein Anfang.
Glaubst du manche Sportarten sind besonders für Kinder und Jugendliche
geeignet?
Sport für Kinder und Jugendliche sollte immer abwechslungsreich sein, da so
am besten die motorischen Fähigkeiten trainiert werden. Ich persönlich würde
Kinder immer in einem Verein anmelden, wo auch viele andere Kinder sind. Sie
sollten viele Sachen ausprobieren können, um den Sport finden zu können, der
ihnen am meisten Spaß macht.
Übertreiben ist ja auch nicht so gut, wie oft sollte man denn in der
Woche etwa Sport treiben?
Wenn wir von Kindern und Jugendlichen reden, dann sage ich ganz klar: Am
liebsten fast jeden Tag. Die Kinder und Jugendlichen von heute sitzen
ohnehin viel zu viel. Die Schulzeiten sind länger geworden und
Sportunterricht findet auch nicht immer statt, zu Hause wartet der Computer
und die Spielkonsole und wenn da die Alternative ist, raus an die frische
Luft zu gehen und mit Freunden Fußball oder andere Sachen zu spielen, dann
würde ich mich für den Sport entscheiden.
Vielen Dank für das nette Interview und die vielen Informationen. Dir
viel Erfolg weiterhin. |

Ab und zu Fast Food - warum nicht ?
Aber nicht ständig und nur ...
Foto: Q1stein - das Jugendmagazin

Fitnesslehrer Ralf Gottlieb Foto: privat |